In unserer letzten Stunde Icelandic Language and Culture haben wir uns gewünscht, ein bisschen isländisch Weihnachten zu feiern, auch wenn es erst Mitte November war. Unser Lehrer Ian hat dann Laufabrauð, einen Teig, den man theoretisch auch selber machen kann, den aber alle tiefgefroren kaufen, mitgebracht.

Diese dünnen Teigfladen werden entweder mit einem Messer oder mit einem Rollgerät eingeritzt, die entstehenden Teigecken umgeklappt und für weniger als eine Minute in (eigentlich Schaf-) Fett gebacken.

Am 24. November haben wir dann noch privat Weihnachten vorgefeiert – mit ganz viel backen, singen und beisammen sein.

Es lag schon ein paar Tage lang Schnee und ich stiefelte mal wieder los. Dieser wurde länger und beschwerlicher als erwartet, da es alte Wanderwege nicht mehr gab, ich zwischendurch zwei kleine Flüsse / Bäche überquerte und über Felsen kletterte. Das Wetter, der Schnee und die Vögel haben den Ausflug aber noch schöner gemacht. Ich konnte Spatzen (?, nunja, kleine Vögel), Gänse und einen sehr großen Greifvogel sehen. So toll!

An einem Nachmittag machten wir uns – ich in diesem Fall das erste mal – auf den Grábrók hinauf. Den kleinen hatte ich ja schon einmal “erklommen”, aber auf dem großen war ich noch nicht. Das Vulkansystem hier ist immer noch aktiv, so dass wir hoffen, vielleicht noch diesem Winter Dampf aus dem großen Krater aufsteigen sehen zu können.

Der große Grábrók ist mit Stufen aufgestattet, so dass man einfacher auf ihn herauf kommt. Auf unserem Rückweg, auf der anderen Seite als wir gekommen waren, kamen uns sogar Tourist_innen entgegen! So viele Menschen auf einmal! Das ist man hier ja gar nicht mehr gewohnt. Mehr als 30 Menschen begegne ich am Tag selten.

DAS Ereignis des Jahres anscheinend. Ich habe mich mal mit hin ins Kaffihús begeben um einem Ereignis beizuwohnen: Fußball. Nicht gerade mein Sport (als ob irgendein Sport, sowohl passiv als auch aktiv, meiner wäre), aber ich hefte das einfach mal als Kulturereignis ab.

Bisher weiß ich, dass dies ein Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft ist und Island Blau und Kroatien weiß trägt. Und alle sind langärmlig unterwegs, aber ist ja auch kalt. Eindeutig Heimvorteil für die Isländer. Aber dafür gibt es ja immer zwei Qualifikationsspiele, jeweils in den Ländern, habe ich gelernt. ;)

Zumindest ist der Raum hier im Kaffihús so voll wie noch nie. Es gibt dazu auch das unschlagbare Angebot “Steak + Bier” für umgerechnet 15 Euro, aber richtig mit Messer und Gabel auf einem Teller mit Salatgarnitur. Aber ich wage zu prophezeien, dass sich die aktuell noch gediegene Stimmung bald in ein lautstarkes Gegröle und Getöse verwandeln wird. Dem Bier sei es geschuldet.

Am Wochenende vom 11.10. bis 14.10. war ich mit meinen Lieblingsmädels hier auf der Arctic Circle Conference in Reykjavik. Hier kamen Politiker_innen, Wirtschaftsmenschen und alle anderen Leute mit Interesse an der Arktis zusammen, denn diese verändert sich ja bereits jetzt durch die Klimaerwärmung stark.

Am Montag gabs einen netten Empfang im Kunstmuseum Reykjavik mit Häppchen, Musik und wichtigen Menschen. Einer meiner Mitbewohner hier hat sogar ein Bild mit Islands Präsidenten ergattern können.

An den folgenden Tagen gab es Vorträge, Vorträge und Reden in der Harpa zu hören. Architektonisch wirklich grandios, ich war begeistert! Den ersten Vormittag ging es in nahezu allen Vorträgen nur um Forschung in Sachen Klimaerwärmung, die sehr interessant anzuhören waren. Die weiteren Tage waren eher für Wirtschaft und Politik vorgesehen.

Aber hier ein paar zufällige Fakten, die mir noch einen Monat später im Gedächtnis geblieben sind.

  • Grönland verändert gerade seine Gesetze um Uran abbauen zu können.
  • Auch Südkorea möchte demnächst mehr auf Atomenergie setzten und diese ausbauen.
  • Die Arktis ist aktuell nur 2 Monate im Jahr soweit eisfrei, dass sie von Schiffen zwecks Transport genutzt werden kann. Im Jahr 2021 werden dies bereits 8 Monate sein.
  • Alle wollen ein Stückchen vom Arktiskuchen abhaben, und mit alle sind hier nicht nur arktische Staaten gemeint (auch Repräsentant_innen von Frankreich, China und anderen, auch vielen asiatischen, Staaten waren anwesend.)
  • Es gab, obwohl doch so viel über den Klimawandel gesprochen wurde, viele exotische Früchte wie Papaya und Melone zu Essen… Konsequent ist was anderes ;)

Es war eine tolle Konferenz, auf der ich viel lernen konnte, gerade, da ich ja über die Arktis kaum etwas weiß.

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Ja, genau das ist uns allen hier passiert. Der Regen des letzten Tages hat sich über Nacht in sehr viel Schnee verwandelt und hat es bis in unsere Zimmer geschafft. Gute 15 cm Neuschnee über Nacht. Juhei! Und es schneit weiter :D

An einem morgen waren Sarah und ich für einen Spaziergang verabredet und wir machten uns auf zu dem Wasserfall Glanni hier in der Nähe. Wir haben die direkt Route über den Golfplatz genommen (ja, wir haben hier einen Golfplatz, auf dem ich noch nie Menschen gesehen habe). In der Nähe des Wasserfalls haben wir noch einen Teich entdeckt, der den Namen Paradíslaug trägt, also sozusagen Paradiesteich oder -pool. Dieser Teich friert wohl nie zu, weil er zum Teil von warmen Wasser gespeist wird, Zumindest genug, sodass er nicht zufriert. Trotzdem arschkalt ;)

Den gleichen Spaziergang habe ich nochmal vor ein paar Tagen im Schnee gemacht, da sieht besonders der Wasserfall viel schöner aus. Die Bilder kommen aber erst später. Ich probiere hier gerade aufzuholen.

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Manchmal kommt es mir vor, als würde ich hier in einem Schwarz-Weiß-Film leben.

Ich lag noch im Bett, als ich durch Facebook und Fotos von Freunden in Reykjavik feststellte, dass es dort geschneit hatte. Bifröst ist jetzt ja nun nicht so weit weg und als mein Hirn anfing zu arbeiten, kam ich auch auf die Idee aus meinem Fenster zu gucken. Und da war er: Schnee!

Also sofort für einen Spaziergang fertiggemacht und danach noch einen Schneemann gebaut. <– einmal klicken, leider zeigt der Blog GIFs nicht so gut an…

Wie ich ja schon einmal erwähnt hatte sind wir an einem Tag auf den Hraunsneföxl geklettert. Der ist gar nicht hoch wie er aussieht, dafür aber sehr anstrengend und teilweise kompliziert.

Es gab Teile wo wir wirklich klettern mussten und auch welche, an denen die Steigung so stark war, dass Vierfüßlergang wesentlich sicherer als Zweifüßlergang war. Dafür hatten wir uns aber einen schönen Herbsttag ausgesucht. Die Farben, die uns die Blaubeersträucher präsentiert haben, waren an rot kaum zu übertreffen. Und Schnee und Eis gab es auch schon.

Dieser Blog

wurde 2009 eingerichtet um Freunden, der Familie und auch Fremden zu erzählen, wie das Leben als Freiwillige in Kathmandu, Nepal so ist. Daher die Domain. Mittlerweile düse ich gelegentlich weiter durch andere Gefilde der Weltgeschichte und nutze den Blog daher weiter. Viel Spaß, amüsiert euch und kommentiert auch mal. Feedback ist so schön! Viele Grüße, Laura
April 2014
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