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Ich bin um 5 Uhr morgens gelandet nachdem ich im halb 2 Uhr nachts losgeflogen bin. Es ist schön, eine neue und fremde Stadt beim Aufwachen zu beobachten. Mit Rucksack wurde gleich nach einem Frühstück in Begleitung eines sehr tollen Menschen die Touritour angefangen. Bis jetzt: Hagia Sofia, Blaue Moschee und alter Bazar. Zum Mittag gab es Kebap. Was auch sonst ;) Nachher ist Köfte dran.

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Meine neuen Schuhe sehen genau nach dem aus, was die letzten Tage waren, nämlich schlammige Festival-Tage. Das Plötzlich am Meer 2014 an der polnischen Ostseeküste war der perfekte Abschluss der Reise. Nun falle ich ins Bett, schließlich muss ich morgen um 9 im Büro sein.

Stadtrundgang, Kneipen und Bars, Fahrradfahren, auf Hügel steigen, alte Dinge besichtigen und noch ein Film im Rahmen des LBGT-Festivals – das war der letzte Tag in Vilnius. Sehr spaßig!
Heute morgen pfiff ich mir noch schnell zwei Waffeln zum Frühstück rein und mehr mich auf den Weg. Ich wollte nach Danzig und die Chance, es bis dahin trampend zu schaffen, war bei fast 600 km vorhanden, aber nicht riesig.
Zwischendurch bin ich fast verzweifelt und spielte mit dem Gedanken, den Nachtbus zu nehmen. Aber nichts da, schließlich hatte ich eine Couchsurferin als Host in Danzig.
Meine erste Mitfahrgelegenheit bot sich nach einer dreiviertel Stunde in Trakai an, wo ich auch schon fast zwei Stunden mit komischen Bussen (und ohne Erfolg beim Trampen) hingebraucht hatte. Schilder zu vekommen war auch so ein Problem, ich habe irgendwann Kisten sam Straßenrand auseinander geschnitten. Es nahm mich ein polnisches Pärchen mit und dank seiner kompenten Art, die Straße wie eine besengte Sau zu befahren, kamen wir recht schnell in der ersten Stadt hinter der Grenze an. Die beiden setzten mich am Busbahnhof ab (sie hatten wohl nicht verstanden, dass ich weiter trampen wollte) und ich musste noch eine Stunde zu einer geeigneten Stelle laufen. Von dort nahm mich aber nach so 15 Minuten eine Bauarbeitercrew bis Augustów mit. Derselbe Fahrstil, dafür aber mit mehr Spaß. Sie setzen mich extra an der Straße ab, die weiter nach Danzig führen würde. Mit neuen Schildern aus einem Supermarkt bewaffnet nahm mich erst ein Himbeertransporter so 20 km mit (fuhr ganz vorsichtig und roch herrlich) und danach ein weiteres Pärchen, dass sogar die restlichen 300 bis 350 bis nach Danzig fuhr! Insgesamt war ich fast 12 Stunden unterwegs und habe knapp 600 geschafft und ehrlich gesagt, habe ich damit nicht gerechnet.

In Riga verbrachte ich nur eine Nacht, hatte dafür aber eine tolle  Schlafgelegenheit bei einer  Zahnmedizinstudentin. Wir waren erst lettisch essen, haben uns dann einen Cider am Fluss gegönnt und zuhause Tee getrunken und ewig geredet. Am morgen brachte sie mich noch zum Bus und Supermarkt (man braucht ja von irgendwo die Pappe fürs Schild).

Okay, auf den zweiten. Ich bin im strömenden Regen in Riga los, ich kam im strömenden Regen in Vilnius an. Zwischendrin gab es aber Sonne. Und einen Menschen mit einem Auto (Sportwagen, Mercedes, AMG, black edition oder so), der 220 km/h auf 110er-Straßen fuhr und man es tatsächlich nicht gemerkt hat, eigentlich aus Dubai kam und sechzehn Jahre in Deutschland gearbeitet hat, die Familie Öl besitzt, er für diese Reise seine drei Lieblingsautos nach Bulgarien hat fliegen lassen, damit er auch wechseln kann, und innerhalb von zweieinhalb Monaten Reisen 75.000 Dollar ausgegeben hat.

Vilnius ist aber wunderschön, und auch wenn der Herr morgen nach Warschau weiterfährt und mich mitnehmen würde, lehne ich das bei dieser Stadt doch gerne ab. Das erste Mal auf meiner Reise schlafe ich nun im Hostel, weil ich keinen Host gefunden habe und die Nacht (und es ist echt schön und sauber hier) nur 10 Euro kostet. Erst war ich mit zwei Erasmus-Student*innen was essen, danach auf dem LBGT-Festival (wo der empfehlenswerte deutsche Film “Freier Fall” mit englischen und litauischen Untertiteln gezeigt wurde) und Ende noch eine Stunde auf dem Fahrrad unterwegs (gleiches Konzept wie in Göteborg).

Nicht weit von meinem Host waren ja die verlassenen russischen Produktionsstätten und am letzten Abend in Tallinn warf ich mal einen Blick rein. Eigentlich wollte ich mit einer Tallinnerin und einer Österreicherin zu einer Yogastunde, aber irgendwie hat das doch nicht geklappt, weil man für Akrobatik-Yoga eine*n Partner*in braucht. Die Ruinen aber waren ziemlich cool und allein abends sogar ein klein wenig gruselig.

In Tartu habe ich bei einem 19-jährigen Mädel in der Wohnung ihrer Eltern gewohnt, die seit 15 Jahren nicht mehr verändert wurde und dementsprechend historischen Wert hat ;). Ich habe für sie gekocht und abends haben wir uns erst mit noch einer Amerikanerin und einer Britin in einem Café getroffen und sind danach mit noch einer Finnin auf eine Party mit Livemusik gegangen.
Am Tag darauf gab es eine persönliche Stadtführung von einem Menschen aus Tartu, den ich noch aus Island kannte und abends ging es auf ein kleines Fest zur Feier der baltischen Menschenkette nach Viljandi. Sooo viel! Es war toll!

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Ich wurde gerade liebevoll von sechs Wespen begrüßt. Aber ich habe ja den Verdacht, dass sie sich mehr über mein Essen als mich freuten.

Trampen klappt nach wie vor wunderbar. Noch 150 km bis Riga!

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Ich habe gerade das erste mal Flaschen mit sowohl einem Feuerzeug als auch einer anderen Flasche geöffnet. Stolz pur!

Bei Einfahrt in den Hafen regnete es noch, als ich estländischen Boden betrat kann die Sonne raus. Nachdem mir mein Host auch eine Adresse mitgeteilt hatte, machte ich mich auf den Weg und stand 20 Minuten später vor einem klassischen estländischen Holzhaus. Meine Gastgeber waren zwei klassisch schwule Herren mit einem schwarz-weiß-kitschig und supersauberen Studioapartment. Es war auch noch ein weiterer Couchsurfer aus Australien da. Mit wurde sofort ein Glas Wein, das irgendwie nie leer wurde, vor die Nase gesetzt. Irgendwann gab es auch noch Cognac und Kräuterlikör, auf Ersteren verzichtete ich aber. Und Abendessen natürlich auch noch (juhuu, Stulle mit Brot!).

Am Tag darauf war Feiertag in Estland, es wurde die Unabhängigkeit von der Sowjetunion gefeiert. Es existiert sogar ein Gesetz, dass jeder, der an seinem Haus einen Platz für eine Fahne hat, an diesem Tag die estländische Flagge raushängen muss. Der eine unserer Gastgeber musste dadurch nicht arbeiten und zeigte uns nach einem ausgiebigen Eierkuchenfrühstück erst Videos von einem Zehntel der estländischen Bevölkerung, wie sie inbrünstig ihre Nationalhymne und ein Lied von Freiheit und Frieden singen (ja, selbstverständlich hatte ich vor lauter Emotion Tränen in den Augen!), und daraufhin noch den ganzen Tag die Stadt. Dazu gehörten alte Produktionshallen der Russen in denen heute Büros und Kulturstätten eingezogen sind, eine schöne Badestelle (die auch spontan und daher nackig von uns genutzt wurde) und natürlich die Altstadt mit Stadtmauer, Türmen usw. Viel zu viel, da empfehle ich euch die Bilder. Insgesamt sind wir gute 11 km gelaufen. Und meine Mission dieses Tages habe ich sich erfüllt: Wasserfeste Schuhe kaufen! Das ist bei dem Regenwetter hier wirklich unabdingbar. Sie haben sogar Gold-, Silber- und Glitzerzeug, aber trockene Füße sind mir halt einiges wert :)

Abends haben wir gekocht, waren noch mit anderen Couchsurfern in einer Bar und hatten einen schönen Abend.

Heute ist der Australier schon weitergetrampt, ich mache mich morgen nach Tartu auf. Nur für danach bin ich mir noch nicht sicher: Riga und dann Vilnius oder gleich Vilnius?

Heute habe ich einen Spaziergang zu einem Kloster (bzw. einer Klosterruine gemacht), leider ist das noch bis Samstag geschlossen…

Dieser Blog

wurde 2009 eingerichtet um Freunden, der Familie und auch Fremden zu erzählen, wie das Leben als Freiwillige in Kathmandu, Nepal so ist. Daher die Domain. Mittlerweile düse ich gelegentlich weiter durch andere Gefilde der Weltgeschichte und nutze den Blog daher weiter. Viel Spaß, amüsiert euch und kommentiert auch mal. Feedback ist so schön! Viele Grüße, Laura
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