kA, was für ein Tag, 10.03.2010, 19:37 – Willkommen in Kolkata oder wie früher Kalkutta

Varanasi war sehr sehr schön. Ich hab jetzt auch schon einige sehr schöne Souvernirs für meine Liebsten Zuhause. Wer möchte eigentlich nochmal alles so eine Ballonhose haben? Oder wie auch immer man die nennen soll. In Varanasi habe ich mich seit dem zweiten Tag sehr wohl gefühlt und hatte richtig schön Urlaub, mit sehr viel den-Moment-genießen und nichts-tun. Ab dem zweiten Tag war auch meine Haut annehmbar, das Reisen in den Zügen und der SleeperClass hier ist halt nicht das Beste. Sogar bei langen Nachtfahrten in Deutschland gehts der da ja nicht mehr so gut.

Gestern um 18:10 sollte mein Zug nach Kolkata abfahren, ich war also zur Sicherheit um 17:30 da, damit ich auch mitkomme von welchem Gleis. Nundenn, um ca. 17:18 sagten sie an, dass sich der Zug um 2 Stunden verspäten wird, also um 20:00 kommt, kurz darauf 20:30, ab 20:00 wars 21:30. Boaaaa… Nunja, dann hab wenigstens noch Abenbrot gegessen, und zwar Dhal Bhat, allerdings noch mit 2 Brotklopsen zusätzlich. Höchstinteressant udn auch vom Geschmack ok. War schließlich ein Straßenstand, aber mit Bänken und Tischen dahinter. Die restliche Zeit saß ich vor dem Bahnhof rum und lauschte den Ansagen (Hindi und Englisch, wär ja auch doof sonst). Zu dem Zeitpunkt macnhte es auch endlich Sinn, warum so viele Menschen vor und in dem Bahnhof schlafen (darüber hatten wir uns schon in Gorakhpur gewundert) , denn die Züge verpäten sich einfach dauernd und so sehr, dass echt Sinn macht, einfach mal ne Runde zu pennen. Die sind ja eh immer in Gruppen bzw meistens Familien unterwegs, da kriegt auch schon irgendwer weitere Änderungen mit. Besonders irritierend war dann, dass ich um 21:30 auf dem richtigen Gleis stand, allerdings ein Zug mit der Nummer 2332 und nicht mein Zug mit der Nummer 2334 einfuhr. Und dieser andere Zug fuhr auch nach Kolkata! Völlige Verwirrung! Nunja, ich hab einfach gewartet und gegen 22:00 Wurde endlich angesagt, dass mein Zug gerade auf dem Gleis 4 einfährt. Ja! Juhche! Endlich! ich also rein da, Waggon gefunden, Platz gefunden und oberstes Bett gehabt. Sehr staubig und ich hatte was kurzärmeliges an… Und dazu liegt man ja auf sonem Gummibezug, so ähnlich wie Arztliegen bei uns. Auch nicht der netteste Untergrund. Irgendwann nachts habe ich dann ziemlich angefangen zu frieren und musste irgendwo aus meinem Rucksack ein längärmliges Oberteil rauskramen. War ein Glück direkt eins obendrauf, weil ich das gerade für die Arbeit gekauft hatte. Nicht, dass mir dann warm war, aber nicht mehr so kalt. Übrigens wusste ich nur, dass der Zug ungefähr 13-14 Stunden brauchen würde, aber der Zug hält ja zwischendruch immer mal und die Bahnhöfe sind hier nur gelegentlich beschriftet… Naja, um 13:30 kam ich dann endlich an und suchte mir den Weg durch diesen RIESIGEN Bahnhof. Ich wollte ja gucken, ob ich vielleicht dieses Luxushotel (da kam ich ürbigens mit der Fähre hin) auf dem Wasser für eine Nacht bezahlen kann, jedoch kostete da das billigste Zimmer 7.500 Indische Rupien, also mehr als 100 Euro *hust* Trotzdem waren die in dem Hotel alle voll nett zu mir! Ich kann es nur wieterempfehlen xD Dann hab ich mich auf die Suche nach einem Guesthouse gemacht und keins gefunden.. Und es war sooo heiß! Also erstmal Biryani (Reisgericht) mit einer Kartoffel und Chicken gegessen und dann mit neuer Energie losgezogen. Ich fand dann die Metro um eine  Station südlich zu fahren. Voll spaßig. Man kauft seine Fahrkarte am Schalter, es gibt keine Automaten. Und dazu darf man gelegentllich durch diese Metallscanner und ich durfte sogar zwei mal meine Tasche aufmachen. Und man darf nicht fotografieren, ich musste extra den Akku aus meiner nicht funktionierenden Kamera rausmachen xD Die eine Station kostete 4 Rupien und die Bahn war voll, aber ok. Trotzdem haben die Inder eines noch nicht kapiert: Erst aussteigen lassan, dann einsteigen, geht schneller. Insbesondere, da die Türen nicht wie bei uns so lange aufbleiben, bis alle drinnen sind, sondern einfach zugehen. An der Station Esplanade angekommen, sah ich mich inmitten des Naya Bazars wieder und man war natürlich gewohntes Oper der Händler. Egal, ich dadurchmarschiert und endlich den Bereich mit vielen guesthouses gefunden. Ins erste rien, die hatten auch ein Zimmer, allerdings sehr klein und recht dreckig. Ich da also wieder raus, zum nächsten und einer dieser anstrengenden Inder heftete sich an mich, der meinte, mir Guest Houses zeigen zu müssen. Argh! Hab den nicht abgeschüttelt gekriegt. Nunja, Guesthouse gefunden, aber schön ist was anderes. Aber sind ja nur 2 Nächte, oder eher anderthalb, weil mein Flug nach Chennai ja schon um 6:30 geht. Es gibt ein Gemeinschaft’bad‘, eine Kloschüssel mit Dusche. Ohne Waschbecken, an einem offenen Fenster ohne Licht. Aber es gibt noch ein anderes Klo, mit Licht. Das Wasser ist lauwarm, ziemlich exakt Handtemperatur. Im Zimmer ist es ziemlich heiß, ich hab zwar nen Ventilator, aber wenn ich den die Nacht über anmache, dann hab ich morgen ne Erkältung. Nachdem ich dann geduscht hatte und auch Haare gewaschen (hab mal wieder Läuse, das so nebenbei am Rande), bin ich gegen 17:30 los, um noch den Kalighattempel zu besuchen. Die Metro auf dem Weg war rammelvoll, und das beschreibts wortwörtlich. Ein Ellenbogen eines Geschäftsmannes, der sich an meinem Busen rieb (die Bahn fuhr noch nicht mal, also keine Ausrede) und eine Hand zwischen meinen Beinen! Hallöle? Jetzt reichts aber. Ich wollte ihm ganz dezent in der Menge die Hand oder einen der Finger ordentlich umdrehen, jedoch zog er siene Hand erstaunlich schnell zurück, sobald meine näherkam. Wenigstens war er sich im Klaren, dass seine Aktion nicht richtig war… Trotzdem Arschloch. An der Station Kalighat angekommen, hatte ich eigentlich Orientierung (war schon dunkel), dachte dann aber doch, dass ich sie verloren hatte. Bin also irgendwo langgelaufen, aber nicht Richtung Tempel und kam bei einer Metrostation davor an. Also wieder zum Guesthouse gefahren und schön laut Musik in den Ohren gehabt und mit starrem Blick in deutschem Tempo die Straße entlanggelaufen. Zuhausefeeling, sehr gut. Also berlinzuhause. Es gibt hier auch einen Park, der Centralpark Kolkatas, ein Park! ❤ Trotzdem bin ich mir gerade noch nicht sicher, ob ich diese Stadt mag. Man sieht die Schere zwischen arm und reich stärker als in Kathmandu und Varanasi, es ist eine Großstadt mit 14 Millionen Menschen die mit ihren Taxis und Gebäuden so britisch ist, dass sie mich sehr an London erinnert und trotzdem nur Inder rumlaufen! Sie ist wirklich so westlich, wie ich mir das gedacht habe und trotzdem gibt es hier noch Rikschas, die von Menschen gezogen werden! Also da hörts bei mir auf, das werd ich nicht machen. Fahrradrikscha ja, aber mit der Menschenrikscha bin ich ja nichtmal ein bisschen schneller als zu Fuß, wahrscheinlich sogar noch langsamer.

Gerade hatte ich mir ein kleines Restaurant gesucht, habe in Sojasoße gebratenes Gemüse mit Chapatis gegessen und schreibe hier meinen Blogeintrag, denn im Guesthouse ist es heiß und ich bin einsam. Und am ersten Tag in einer Stadt finde ich es schon recht schwer… Kolkata roch übrigens im ersten Moment nach Fisch. Und mir ist aufgefallen, dass ich nur Orte mit Wasser besuche. Varansi, Kolkata, Chennai. Ok, nach Bangalore muss ich ja. Der Fluss hier ist erstaunlicherweise dreckiger als der Ganges, das hätte ich ja nicht gedacht.

Meinem Laptop get es übrigens den Umständen entsprechend gut, es war noch ein wenig mehr ausgelaufen, aber das hat sich wieder verzogen.

Omi, über deinen Kommentar habe ich mich aber gefreut! Ich weiß gerade nicht mehr, was drin stand, aber ich weiß noch, dass ich sehr gegrinst habe =D Achdoch, was du meinen Eltern für mich mitgeben kannst. Ich brauche nichts. Hab hier alles. Außer du hast noch irgendwo ein kleines aber feines Taschenmesser übrig, meins ist nämlich verschollen. Aber das passiert hier in Nepal mit vielen Dingen von uns allen.

PS.: ich habe in diesem Blogeintrag erstaublich oft ‚übrigens* geschrieben. Neues Lieblingswort? Wurde ’skurril‘ abgelöst?

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2 Kommentare zu „kA, was für ein Tag, 10.03.2010, 19:37 – Willkommen in Kolkata oder wie früher Kalkutta

  1. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiich will ne ballonhose!!!!!!! biiiiiiiiiiiiiiitte, ja?
    🙂 das album ist jetzt fertig bei facebook
    hab dich lieb *drück und wuschel*

  2. scheiß kamera – dein handy – aber geile fotos!
    da schwappen bei mir die erinnerungen über.
    hast ja viel geschrieben – viel zeit im zug gehabt, was? danke für deine urigen kommentare. wie bist du auf chennai gekommen? wundert mich etwas.
    ach so, ich möchte kkkkkkeine ballonhose.
    bleib gesund!
    bis bald!

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