Látrabjarg + nachts in Núpur

Hier in Núpur werden uns für das Wochenende Aktivitäten angeboten. Samstag letztes Wochenende war ja auf dem Kaldbakur, Sonntag habe ich dann nichts mehr gemacht. Meine Beine htten es auch nicht erlaubt 😉
Dieses Wochenende bin ich für 65 Euro nach Látrabjarg gefahren um mir Vögel anzugucken. Látrabjarg ist bekannt für seine Massen an Seevögeln, insbesondere Papageientaucher. Die Busfahrt dorthin dauerte hoppelige und kalte 5 Stunden. Dafür kann man dann sagen, dass man am westlichsten Punkt Europas war. Die Westfjorde sind der älteste und für viele auch der schönste Teil Islands. An den meisten Fjorden sind die Berge schon sehr abgetragen, in Látrabjarg aber kommt der Wind aus der besseren Richtung, so dass dort Steilküsten vorhanden sind, in denen die Vögel nisten, rasten und in Höhlen leben können.
Dort angekommen wurde das Wetter ein Glück schnell besser. Ein paar Papageientaucher haben wir sogar erblicken können. Das war echt Glück, denn eigentlich ist die Saison schon vorbei und allein letztes Wochenende wäre laut Óli, einem unserer Lehrer (der übrigens in Berlin Isländisch lehrt), viel besser gewesen.
Aber ein paar haben wir noch gesehen und an einen bin ich gaaaaanz nah rangekommen! Ich hätte ihn streicheln können, aber das macht man bei Wildtieren natürlich nicht.

Nach unserer Rückkehr hatten wir noch ganze 20 Minuten um uns für die „Party“ in Ísafjörður vorzubereiten (inklusive keine Dusche und kein Abenessen weil keine Zeit). Naja, der Abend in Ísafjörður war nett, irgendwann hab ich mich entfernt (immer so viele Menschen hier…) und hab die herumcruisende Jugend der Stadt in ihren Autos mit lauter Musik beobachtet und ein wenig das Internet vor einem geschlossenen Café genutzt.
Die Nächte sind übrigens sehr interessant. Wir verlieren aktuell jeden Tag zwischen 12 und 15 Minuten Sonnenlicht. Eigentlich sind die Nächte gar nicht so dunkel. Naja, im Westen schon, im Osten nicht). Aber dadurch, dass es so gut wie immer bewölkt ist, ist es trotzdem sehr dunkel. Gestern Abend haben wir zum ersten Mal denn Mond (sogar Vollmond) gesehen. Da habe ich gleich mal die Gelegenheit ergriffen um den Himmel im Osten und Westen zu fotografieren. Die Bilder sind um 23:30 Uhr am Sonntag Abend entstanden. Sehr unscharf, aber darum geht es ja auch nicht.

erstes Mal Mond in Núpur

Nacht in Núpur

Nacht in Núpur

 

 

 

Angekommen!

Endlich! Eigenes Zimmer, Internet, auspacken. Angekommen in Bifröst.

Morgen früh gibts Eierkuchen von mir für meine beiden Mitbewohner und mich. Danach fahren wir nach Borgarnes um einzukaufen. In Borgarnes waren wir sogar heute schon. Mit Auto. Und ich bin auch gefahren. Aber mehr dazu morgen.

Gute Nacht!

Impressionen um Núpur

Es ist faszinierend, wie jeder Tag hier, und das nur aufgrund der Wolken, anders aussehen kann. Die Wolken und der Nebel kommen für gewöhnlich vom Meer und nicht so schnell über die Berge der Fjorde hinweg. Daher hängen sie oft total tief und lullen uns ein. Natürlich ist es dadurch so gut wie immer nass und nieselt oder regnet.

Da ihr hier auch einige Bilder vom Meer sehen könnt: Ich war vorgestern baden. Und vorvorgestern habe ich eine Vorlesung über Geistergeschichten besucht. Wo ist der Zusammenhang? Na das sage ich euch.

Es gib hier ja verschiedenste Arten von Geistern und Kreaturen – sowohl mit als auch ohne festen Körper. Es entstehen, wenn ein Schiff sinkt, Wassergeister, die versuchen einen ins Wasser zu ziehen. Man soll also immer ein paar Meter vom Wasser entfernt laufen!
Als ich baden war, stand ich gerade mal bis zur Hüfte im Wasser als eine erstaunlich starke Welle kam und mich umwarf. Leider bin ich auf eine Sandbank gefallen, die allerdings nicht aus Sand, sondern aus Steinen und Muscheln bestand. Es kamen noch mehr Wellen, die es einem sehr schwer machten sich wieder aufzurichten und dazu hielten mich doch tatsächlich Algen fest!
Ende der Geschichte: ich habe ziemlich große Schrammen am Oberschenkel, eine ordentliche Wunder am Knie (inklusive tropfendem Blut und so) und bin selbstverständlich davon überzeugt, dass das ein Wassergeist war, der mich in die Tiefe ziehen wollte! ;D
Ich bin froh, den Kaldbakur schon letzten Samstag bestiegen zu haben, da einerseits das Wetter immer noch mies ist und andererseits das mit dem Knie auch schmerzhaft wäre. Dafür gehe ich am Samstag Vögel gucken!

PS.: Bald kommt mal ein Blogeintrag über die hier zu findende Fauna, denn ich bin äußerst fasziniert und begeistert!

PPS.: Wer sich von der Wahrheit meines heldenhaften Kampfes mit dem Wassergeist überzeugen möchte, darf Fotos gern per Kommentar erfragen 😉 Aber ich glaube, dass man das nicht sehen will.

Hikes auf Mýrafell und Kaldbakur

Der Berg Mýrafell befindet sich direkt auf der anderen Seite des Tals, in dem auch Núpur liegt. Mit 312 Metern ist er nicht sehr hoch, aber doch genau das Richtige für einen blutigen Anfänger wie mich. Der Anstieg ist (exklusive Hinlaufen zum Anstieg) 3 km lang und führt über Stock, Stein und Geröll, ohne Weg und so, dass man auch mal bisschen klettern muss. Dafür wird man mit Gipfelbuch, Stempel und natürlich Ausblick belohnt. Insofern man gutes Wetter hat, wofür die Wahrscheinlichkeit hier in Island leider gar nicht so hoch liegt.


Kaldbakur (übersetzt „kalte Schulter“) dagegen ist mit 998 m der höchste Berg der Westfjorde und bietet, insofern man eine gute Sicht hat, einen Ausblick auf Täler, Gletscher, Fjorde und andere Berge. Ich habe davon leider nichts genießen können, da ich einerseits zu kaputt oben war, um überhaupt noch irgendendwas genießen zu können, und wir andererseits in Wolken, Nebel und Regen standen und kaum weiter als 30 m sehen konnten. Für den Aufstieg muss man erst einige Kilometer durch ein Tal wandern um dann dann auf den ersten Berg aufzusteigen und vom diesem rüber auf den Kaldbakur und weiter hoch zu klettern. Im Endeffekt ist es eine Reise vom Auenland nach Mordor.

Ísafjörður

Ísafjörður ist mit 2600 Einwohnern die größte Stadt in den Westfjorden und hier haben wir einen Teil unseres wählbaren Unterrichts im Universitycentre of the Westfjords. Die sind ziemlich stolz uns hier zu haben. Am ersten Tag wurde uns die Stadt gezeigt und „Kringel“ in der alten Bäckerei empfohlen. Wir dachten ja, dass das was Süßes wäre – war aber ein Kümmelhörnchen…

Ein paar Impressionen könnt ihr auf den Bildern sehen.

Suðureyri + Act Alone Festival

Am Abend des 9.8.2013 sind wir zum Act Alone Festival nach Suðureyri gefahren. Suðureyri liegt im übernächsten Fjord und ist über einen interessanten Tunnel erreichbar. Dieser führt nämlich auch nach Ísafjörður, aber man kann auch im Tunnel abbiegen (so richtig 90°) und kommt dann in besagtes 300-Seelen-Dorf.

Da wir nach Ankunft noch ein wenig Zeit bis zum Beginn des ersten Beitrags des Festivals hatten, haben wir uns auf gemacht, die Gegend zu erkunden. Unter anderem haben wir das Mädchen Ólína und ihren Kater Klóe getroffen (erst den Kater, dann kam sie dazu). Mit ihr habe ich meine ersten (Standard-)Sätze Isländisch gewechselt. Und sie hat mich verstanden!

Vorsicht, Katzenbilder! 😀

Das kostenlose (!!!) Act Alone Festival wurde vor ein paar Jahren von einem Bühnenkünstler in des Westfjorden auf die Beine gestellt, da sich niemand fand, mit dem er Dinge zusammen mchen konnte, was an der dünnen Besiedelung dieses Gebiets (0,7 Menschen/km²) liegt. An diesem Abend des Festivals wurden 4 Beiträge gezeigt. Zuerst ein anscheinend ziemlich bekannter Comedian, dessen Shows sonst 4000 Kronen (24 Euro) kosten. Seine Show „How to become Icelandic in 60 minutes“ war von Klischees über Nationalitäten geprägt, was aber, da er wirklich sehr sehr viele und besonders Isländer_innen aufs Korn genommen hat, durchaus seeehr lustig war. Sein Witz zu Deutschland ging selbstverständlich um Gründlich- und Genauigkeit. Isländer geben angeblich Richtungsangaben ungefähr in einem 180°-Winkel an. In Berlin dagegen kommen Berliner angeblich selbst auf verwirrte Tourist_innen zu und geben ihnen dann Angaben wie „Zum Brandenburger Tor? 146,7 m geradeaus und dann nach rechts.“ Als ob Berliner freiwillig auf Touris zugehen und helfen! Da muss er aber einen seltenen Schlag (wie mich! :D) getroffen haben.

Daraufhin gab es nach einer halben Stunde in einer alten Scheune an Hafen die nächsten zwei Beiträge zu sehen. Zuerst spielte Mugison LINK mugison.virb.com, ein Gitarrist und Sänger aus den Westfjorden, der mich mit Rock und Blues sehr glücklich machte. Danach gab es noch 2 Mädels die eine Art Performance zeigten.

Am Ende (nach langem Warten von anderthalb Stunden) gab es noch einen weiteren Comedybeitrag, dessen Humor ich aber nicht so wirklich verstanden habe. Um 1 nachts sind wir dann um Bus wieder nach Núpur gefahren worden. Es war ein schöner, wenn auch teilweise sehr kalter Abend. Und ich war äußerst erstaunt, dass es für die ganzen Isländer_innen gar kein Problem war, dass bei der Comedy viel spontan (für uns) auf Englisch gemacht wurde. Auch die älteren Menschen sprechen hier anscheinend wie selbstverständlich gutes Englisch!

Der Garten Skrúður

Nur 10 Minuten von unserem Lern- und Schlafhäusern entfernt ist der Garten Skrúður gelegen.

Bereits 1909 wurde dieser Gemüse- und Ziergarten vom Pfarrer Sigtryggur Guðlaugsson angelegt, der vier Jahre zuvor nach Núpur kam. Er ist war und ist zu einem großen Teil als Lehrangebot für die damaligen Schüler_innen und heutigen Touristen Núpurs gedacht. Der Garten diente einerseits der Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen im Gartenbau, besonders bezüglich der Anbaumöglichkeiten im isländischen Klima, und sollte andererseits die Schüler_innen an gesunde Ernährung mit Gemüse und Kräutern gewöhnen, da diese für gewöhlich nicht auf dem Speiseplan der Bewohner Núpurs standen.

Der Garten ist eine Idylle inmitten der eher kargen Landschaft der Westfjorde. Man ist gar verwirrt von den Geräuschen, weil man das Hummel- und Binensummen zuerst gar nicht einordnen kann.

Der Garten hat erst gerade erst den Carlo Scarpa Preis 2013 gewonnen. Hier dazu mehr, insbesondere einige schöne historische Bilder.

EILC – Erasmus Intensive Language Course

Ich bin ja bekanntlich schon jetzt hier in Núpur um Isländisch zu lernen. Der Intensivkurs geht über 3 Wochen und ist ganz angenehm aufgebaut.

Bild

Hotel Núpur – hier befinden sich ca. 80 Student_innen und lernen Isländisch

Generell werden wir hier wochentags morgens und mittags verpflegt, abends und am gesamten Wochenende müssen wir jedoch fürs uns selbst kochen. Unter der Woche haben wir jeden Tag 3 Stunden Unterricht in Gruppen von ca. 20 Menschen. Die Unterteilung scheint einerseits etwas mit den Sprachqualitäten, die wir schon mitbringen, zu tun zu haben, andererseits mit dem, was wir selbst angegeben haben. Ich bin der der zweiten Gruppe von vieren, wobei Gruppe 1 die blutigsten Anfänger und Gruppe 4 die talentierten Anfänger sind.

Nachmittags gibt es 3 bis 4 mal die Woche electives, also Kurse, aus denen man frei wählen kann. Wir müssen insgesamt schon eine bestimmte Anzahl belegen, aber trotzdem steht es uns frei, auch mal blau zu machen. Einige der electives sind in Ísafjörður, der „Hauptstadt“ der Westfjorde, zu der wir erst mit dem Bus gefahren werden müssen. Gestern haben wir eine kleine Tour durch das Örtchen bekommen, sehr sehr süß. Diese endete in der Music Hall, in der wir dann eine Stunde gesungen haben. Mir macht ja singen sehr viel Spaß, auch wenn ich mich wohl nicht immer so schön anhöre (Zitat Vater: „Schlecht singen konnte Laura schon immer gut.“). Der Chor wird noch öfter stattfinden (zählt auch als elective), da freu ich mich drauf.

2 mal pro Woche wird abends ein isländischer Film gezeigt und anschließend darüber gesprochen (zählt auch als elective). Gestern haben wir uns „101 Reykjavík“ angesehen, gefiel mir sehr! Ein bisschen strange, aber empfehlenswert!

1 bis 2 mal pro Woche hält der Bus abends auf dem Weg zurück von Ísafjörður nach Núpur an Bónus, dem billigsten Supermarkt hier in der Nähe. Da müssen wir also für die nächsten Tage und das Wochenende einkaufen. Trotzdem recht teuer und ich habe gestern, wie ich das halt immer so mache, viel zu viel eingekauft. Aber ein großer Teil davon ist sehr haltbar, den kann ich also mit nach Bifröst nehmen. Auf unserem Flur mit 4 Zimmern und insgesamt 10 Mädels haben wir verabredet, dass jeden Abend – Wochenenden ausgenommen – ein Zimmer für alle kocht. Gestern bekamen wir Nudeln mit Tomatensoße, heute wird mein Zimmer Käsespätzle machen.

Die Wochenenden sind frei, aber natürlich werden Aktivitäten wie wandern, kajaken, Islandpferde reiten und Co angeboten. Ich werde am Sonntag wohl den höchsten Berg hier im Umkreis besteigen. Das wird – ähm – ein Spaß.

05.08.2013, ca 23:00: Erster Tag in Island

So, da sitze ich nun in meinem 75 cm breiten Bett in einem Dreibettzimmer mit 2 anderen deutschen Mädels in Nǘpur. Ich bin, mit kleinen Unterbrechungen, seit 41 Stunden wach und brauche eigentlich dringend den Schlaf. Aber irgendwie bin ich gerade noch nicht so richtig müde und außerdem muss die dritte Mitbewohnerin auch noch kommen.

Daher erzähle ich euch von meinem ersten Tag. Der letzte Blogeintrag war ja aus dem Bus von Keflavík nach Reykjavík, denn für den stolzen Preis von umgerechnet 12 Euro war W-Lan mit drin. Am BSÍ, dem ZOB Reykjavíks angekommen, verabschiedete ich mich von Armin (selbstverständlich wurden noch Kontaktdaten ausgetauscht) und machte mich auf die Suche nach dem Bus für uns Erasmus-Studenten nach Núpur, den ich auch promt fand. Ich setzte mich kurzerhand neben ein Mädel, das war Änni aus Finnland, eine sehr angenehme Sitznachbarin und Gesprächspartnerin.

Der Bus fuhr 9 Uhr ab, um ca. 17:30 kamen wir an, waren also eine ganz schöne Weile unterwegs. Wir bekamen eine passende Vokabelliste für das, was wir auf dem Weg sehen würden (z.B. Berg, Fluss, Lava, Troll und Elf), ausgehändigt. Es wurden selbstverständlich einige Zwischenstopps zwecks Verpflegung und Klogängen eingelegt, die nebenher erste Gelegenheiten für Fotos boten. Die Resultate könnt ihr unten sehen. An dem Wasserfall haben wir extra angehalten, da dies der größte in den Westfjorden ist.

Die Westfjorde sind sowieso anscheinend das Ende der Welt, selbst in Island, denn hier leben auf 10.000 m² gerade einmal 7000 Menschen gut verteilt auf kleine Örtchen und Häuser im Nirgendwo.

WLAN im Bus nach Reykjavík! Ôo

Keflavik Airport, Island:
Seit einer Stunde bin ich hier, es ist 01:22 Uhr. Um 7 Uhr werde ich mich auf die Suche nach einem Geldautomaten und dem Bus nach Reykjavík machen. Bis dahin hab ich hier eine kalte, aber mit anderen schlafenden und wartenden Menschen bevölkerte Ecke gefunden. Und das Beste: Steckdosen! Ich kann also die nächsten 6 Stunden mit dem vielen Unterhaltungsmaterial auf meinem Rechner verbringen und dazu noch mein Handy für die neunstündige Busfahrt aufladen.

Erster Island-Eindruck: ich sehe seit anderthalb Stunden einen leichten Sonnenaufgang am Horizont, was wohl eher die Nacht hier aktuell im Sommer ist. Schon mal interessant.

…………….

Mittlerweile ist es 07:21 Uhr. Ich habe nicht geschlafen, da das auf dem Flughafen, zumindest liegend, nicht erlaubt ist. Man wird immer wieder aufgeweckt und muss sich hinsetzen. Dafür habe ich die Zeit mit Armin, einem Lehramtsstudenten aus Graz verbracht. Sehr angenehm!

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Erstes Bild aus dem Bus. Weit und flach und keine Bäume.