Hikes auf Mýrafell und Kaldbakur

Der Berg Mýrafell befindet sich direkt auf der anderen Seite des Tals, in dem auch Núpur liegt. Mit 312 Metern ist er nicht sehr hoch, aber doch genau das Richtige für einen blutigen Anfänger wie mich. Der Anstieg ist (exklusive Hinlaufen zum Anstieg) 3 km lang und führt über Stock, Stein und Geröll, ohne Weg und so, dass man auch mal bisschen klettern muss. Dafür wird man mit Gipfelbuch, Stempel und natürlich Ausblick belohnt. Insofern man gutes Wetter hat, wofür die Wahrscheinlichkeit hier in Island leider gar nicht so hoch liegt.


Kaldbakur (übersetzt „kalte Schulter“) dagegen ist mit 998 m der höchste Berg der Westfjorde und bietet, insofern man eine gute Sicht hat, einen Ausblick auf Täler, Gletscher, Fjorde und andere Berge. Ich habe davon leider nichts genießen können, da ich einerseits zu kaputt oben war, um überhaupt noch irgendendwas genießen zu können, und wir andererseits in Wolken, Nebel und Regen standen und kaum weiter als 30 m sehen konnten. Für den Aufstieg muss man erst einige Kilometer durch ein Tal wandern um dann dann auf den ersten Berg aufzusteigen und vom diesem rüber auf den Kaldbakur und weiter hoch zu klettern. Im Endeffekt ist es eine Reise vom Auenland nach Mordor.

Ísafjörður

Ísafjörður ist mit 2600 Einwohnern die größte Stadt in den Westfjorden und hier haben wir einen Teil unseres wählbaren Unterrichts im Universitycentre of the Westfjords. Die sind ziemlich stolz uns hier zu haben. Am ersten Tag wurde uns die Stadt gezeigt und „Kringel“ in der alten Bäckerei empfohlen. Wir dachten ja, dass das was Süßes wäre – war aber ein Kümmelhörnchen…

Ein paar Impressionen könnt ihr auf den Bildern sehen.

Suðureyri + Act Alone Festival

Am Abend des 9.8.2013 sind wir zum Act Alone Festival nach Suðureyri gefahren. Suðureyri liegt im übernächsten Fjord und ist über einen interessanten Tunnel erreichbar. Dieser führt nämlich auch nach Ísafjörður, aber man kann auch im Tunnel abbiegen (so richtig 90°) und kommt dann in besagtes 300-Seelen-Dorf.

Da wir nach Ankunft noch ein wenig Zeit bis zum Beginn des ersten Beitrags des Festivals hatten, haben wir uns auf gemacht, die Gegend zu erkunden. Unter anderem haben wir das Mädchen Ólína und ihren Kater Klóe getroffen (erst den Kater, dann kam sie dazu). Mit ihr habe ich meine ersten (Standard-)Sätze Isländisch gewechselt. Und sie hat mich verstanden!

Vorsicht, Katzenbilder! 😀

Das kostenlose (!!!) Act Alone Festival wurde vor ein paar Jahren von einem Bühnenkünstler in des Westfjorden auf die Beine gestellt, da sich niemand fand, mit dem er Dinge zusammen mchen konnte, was an der dünnen Besiedelung dieses Gebiets (0,7 Menschen/km²) liegt. An diesem Abend des Festivals wurden 4 Beiträge gezeigt. Zuerst ein anscheinend ziemlich bekannter Comedian, dessen Shows sonst 4000 Kronen (24 Euro) kosten. Seine Show „How to become Icelandic in 60 minutes“ war von Klischees über Nationalitäten geprägt, was aber, da er wirklich sehr sehr viele und besonders Isländer_innen aufs Korn genommen hat, durchaus seeehr lustig war. Sein Witz zu Deutschland ging selbstverständlich um Gründlich- und Genauigkeit. Isländer geben angeblich Richtungsangaben ungefähr in einem 180°-Winkel an. In Berlin dagegen kommen Berliner angeblich selbst auf verwirrte Tourist_innen zu und geben ihnen dann Angaben wie „Zum Brandenburger Tor? 146,7 m geradeaus und dann nach rechts.“ Als ob Berliner freiwillig auf Touris zugehen und helfen! Da muss er aber einen seltenen Schlag (wie mich! :D) getroffen haben.

Daraufhin gab es nach einer halben Stunde in einer alten Scheune an Hafen die nächsten zwei Beiträge zu sehen. Zuerst spielte Mugison LINK mugison.virb.com, ein Gitarrist und Sänger aus den Westfjorden, der mich mit Rock und Blues sehr glücklich machte. Danach gab es noch 2 Mädels die eine Art Performance zeigten.

Am Ende (nach langem Warten von anderthalb Stunden) gab es noch einen weiteren Comedybeitrag, dessen Humor ich aber nicht so wirklich verstanden habe. Um 1 nachts sind wir dann um Bus wieder nach Núpur gefahren worden. Es war ein schöner, wenn auch teilweise sehr kalter Abend. Und ich war äußerst erstaunt, dass es für die ganzen Isländer_innen gar kein Problem war, dass bei der Comedy viel spontan (für uns) auf Englisch gemacht wurde. Auch die älteren Menschen sprechen hier anscheinend wie selbstverständlich gutes Englisch!