Tallinn: Eine Stadt bzw. Menschen voller Überraschungen

Bei Einfahrt in den Hafen regnete es noch, als ich estländischen Boden betrat kann die Sonne raus. Nachdem mir mein Host auch eine Adresse mitgeteilt hatte, machte ich mich auf den Weg und stand 20 Minuten später vor einem klassischen estländischen Holzhaus. Meine Gastgeber waren zwei klassisch schwule Herren mit einem schwarz-weiß-kitschig und supersauberen Studioapartment. Es war auch noch ein weiterer Couchsurfer aus Australien da. Mit wurde sofort ein Glas Wein, das irgendwie nie leer wurde, vor die Nase gesetzt. Irgendwann gab es auch noch Cognac und Kräuterlikör, auf Ersteren verzichtete ich aber. Und Abendessen natürlich auch noch (juhuu, Stulle mit Brot!).

Am Tag darauf war Feiertag in Estland, es wurde die Unabhängigkeit von der Sowjetunion gefeiert. Es existiert sogar ein Gesetz, dass jeder, der an seinem Haus einen Platz für eine Fahne hat, an diesem Tag die estländische Flagge raushängen muss. Der eine unserer Gastgeber musste dadurch nicht arbeiten und zeigte uns nach einem ausgiebigen Eierkuchenfrühstück erst Videos von einem Zehntel der estländischen Bevölkerung, wie sie inbrünstig ihre Nationalhymne und ein Lied von Freiheit und Frieden singen (ja, selbstverständlich hatte ich vor lauter Emotion Tränen in den Augen!), und daraufhin noch den ganzen Tag die Stadt. Dazu gehörten alte Produktionshallen der Russen in denen heute Büros und Kulturstätten eingezogen sind, eine schöne Badestelle (die auch spontan und daher nackig von uns genutzt wurde) und natürlich die Altstadt mit Stadtmauer, Türmen usw. Viel zu viel, da empfehle ich euch die Bilder. Insgesamt sind wir gute 11 km gelaufen. Und meine Mission dieses Tages habe ich sich erfüllt: Wasserfeste Schuhe kaufen! Das ist bei dem Regenwetter hier wirklich unabdingbar. Sie haben sogar Gold-, Silber- und Glitzerzeug, aber trockene Füße sind mir halt einiges wert🙂

Abends haben wir gekocht, waren noch mit anderen Couchsurfern in einer Bar und hatten einen schönen Abend.

Heute ist der Australier schon weitergetrampt, ich mache mich morgen nach Tartu auf. Nur für danach bin ich mir noch nicht sicher: Riga und dann Vilnius oder gleich Vilnius?

Heute habe ich einen Spaziergang zu einem Kloster (bzw. einer Klosterruine gemacht), leider ist das noch bis Samstag geschlossen…

3 Kommentare zu „Tallinn: Eine Stadt bzw. Menschen voller Überraschungen

  1. Klingt ja aufregend🙂 Estland hat mir damals auch sehr gut gefallen als wir mit dem Chor da waren. Lustig dass du nen Australier getroffen hat, wo kam der denn her?

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