Vilnius: Zuneigung auf den ersten Blick

Okay, auf den zweiten. Ich bin im strömenden Regen in Riga los, ich kam im strömenden Regen in Vilnius an. Zwischendrin gab es aber Sonne. Und einen Menschen mit einem Auto (Sportwagen, Mercedes, AMG, black edition oder so), der 220 km/h auf 110er-Straßen fuhr und man es tatsächlich nicht gemerkt hat, eigentlich aus Dubai kam und sechzehn Jahre in Deutschland gearbeitet hat, die Familie Öl besitzt, er für diese Reise seine drei Lieblingsautos nach Bulgarien hat fliegen lassen, damit er auch wechseln kann, und innerhalb von zweieinhalb Monaten Reisen 75.000 Dollar ausgegeben hat.

Vilnius ist aber wunderschön, und auch wenn der Herr morgen nach Warschau weiterfährt und mich mitnehmen würde, lehne ich das bei dieser Stadt doch gerne ab. Das erste Mal auf meiner Reise schlafe ich nun im Hostel, weil ich keinen Host gefunden habe und die Nacht (und es ist echt schön und sauber hier) nur 10 Euro kostet. Erst war ich mit zwei Erasmus-Student*innen was essen, danach auf dem LBGT-Festival (wo der empfehlenswerte deutsche Film „Freier Fall“ mit englischen und litauischen Untertiteln gezeigt wurde) und Ende noch eine Stunde auf dem Fahrrad unterwegs (gleiches Konzept wie in Göteborg).

Tallinn: Es ging noch weiter!

Nicht weit von meinem Host waren ja die verlassenen russischen Produktionsstätten und am letzten Abend in Tallinn warf ich mal einen Blick rein. Eigentlich wollte ich mit einer Tallinnerin und einer Österreicherin zu einer Yogastunde, aber irgendwie hat das doch nicht geklappt, weil man für Akrobatik-Yoga eine*n Partner*in braucht. Die Ruinen aber waren ziemlich cool und allein abends sogar ein klein wenig gruselig.