Kolumbien: Cali

Feria de Cali

Eine Woche haben wir jetzt in Cali, Kolumbien, verbracht. Die Stadt wird im Reiseführer passend mit „Sie braucht dich weniger, als du sie brauchst“ beschrieben und erinnert mich damit so ein bisschen an Berlin.

Unsere Reise hierhin war spannend. Nach Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, sind wir von Panama City aus geflogen, da der Landweg aufgrund von Dschungel und Guerilla eher nicht passierbar ist. Von dort aus wollten wir gern einen Nachtbus nach Cali weiter im Süden nehmen. Es gab aber keine Tickets mehr… Ich war also schon dabei Notfall-Anfragen bei Couchsurfing zu verschicken (und hatte sogar schon eine Zusage bekommen) als Oli doch noch Tickets für einen Bus nachmittags um 4 bekam. Das war in einer halben Stunde, also noch schnell ein bisschen Verpflegung gekauft und an ging es. Da es ein recht teurer Bus war, war dieser aber äußerst komfortabel und hatte sogar eine Toilette und mehr oder weniger funktionierendes W-Lan. Durch die frühe Abfahrt kamen wir allerdings schon nachts um 3 Uhr an. Da wir nicht wussten, wann unser Hostel aufmacht, und wir auch nicht bei Dunkelheit durch die Straßen wandern wollten, haben wir noch 4 weitere Stunden am Busbahnhof verbracht. Ein Glück war es mit 25 °C angenehm warm. Schlafen durfte man aber nicht.

Unser Hostel namens „kingbird“ war sehr schön, ziemlich hip und trendig, hatte gutes W-Lan und zwei Katzen. Diese machten uns beiden in den folgenden Tagen allerdings gesundheitlich sehr zu schaffen. Wir hatten das Glück am letzten Tag der „Feria de Cali“, dem jährlichen Festival, anzukommen. Dadurch konnten wir schon bei Tage die später dann erleuchteten Lichtinstallationen sehen und freuten und umso mehr auf den Abend (siehe Bilder). Nach einem Kurzschluss und damit eher weniger Lichtinstallationen lernten wir eine Kolumbianerin kenne, die schon einige Jahre in Deutschland lebt und dadurch sehr gut Deutsch konnte. Entgegen ihrer Aussage wurde das Kurzschlussproblem wieder behoben und wir konnten uns noch alles ansehen und uns mit Essen von den vielen kleinen Ständen vollstopfen. Prompt lud sie uns auch noch zu ihrer Silvesterfeier mit ihrer Familie ein! Yeah!

Wir haben damit sowohl Silvester mit ihr als auch den Geburtstag einer ihrer Freundinnen und damit in Olis Geburtstag hinein gefeiert. Dabei war immer die ganze Familie und ein Grill, der generell um Mitternacht angeworfen wurde. Dazu hab es Bier und Rum oder Anisschnaps. Beides sehr lecker. Und ich werde noch zur Biertrinkerin hier. Schmeckt nämlich nicht so bierig. Zum gegrillten Fleisch gab es noch Yukka, Kartoffel, Mais, Kochbanane und eine scharfe Soße. An Silvester wurden zusätzlich an Mitternacht mit Böllern gefüllte, menschengroße und angezogene Puppen angezündet. Und man isst noch bis zu 12 Trauben an Mitternacht, für jeden Wunsch/Vorsatz eine.
Getanzt wird natürlich auch, selbstverständlich Salsa und Merengue. So ganz grob hab ich den Grundschritt und Hüftschwung ja drauf, das ging sogar ein bisschen und die Tanten haben sich gefreut. Jedoch wartet man als Frau ganz klassisch darauf, von einem Mann aufgefordert zu werden. Alle sitzen im Kreis und warten. Und alleine tanzen läuft nicht.

Eine Sache noch: Ja, wir haben den Klassiker erlebt und wurden beraubt. Am helllichten Tag auf dem Weg zur Christus Rey Statue. Das läuft ungefähr so ab: Motorrad kommt von vorn (wir auf linker Straßenseite), hält sehr schnell an, Menschen hinten auf dem Motorrad steigt sehr schnell ab und hält einem seine Waffe ins Gesicht, man übergibt seine Tasche und schon sind beide Menschen auf dem Motorrad wieder weg. Danach noch kurz geplättet stehen bleiben und ggf. ein paar Tränen die Wangen herunter rollen lassen, weil das doch überfordert. Zwei nette Kolumbianer haben mit ihrem Auto aber gleich angehalten und uns zur Polizei gebracht. Ein Hoch auf Olis Spanisch. Aber allein wäre ich ja auch nicht hierhin gereist. Aufgrund dessen sind die Bilder in diesem Blogbeitrag die letzten mit meiner guten Kamera, denn die erfreut jetzt hoffentlich jemand anderen. Trotzdrm habe ich die Qualität für den Upload schon mal runtergefahren. Reisepass und Kreditkarte sind übrigens noch da, alles gut also.

Ansonsten ist das Essen billig und lecker, die Menschen sind zum Teil auf Fahrrädern (aber nur Mountainbikes, Rennräder oder BMX-Räder) unterwegs und es ist sehr sehr heiß. So langsam hat sich mein Körper aber daran gewöhnt.

Jetzt sind wir bereits in Popayán weiter im Süden und generell auf dem Weg nach Quito, Ecuador.

3 Kommentare zu „Kolumbien: Cali

  1. „Eine Sache noch…“ – bis dahin war ich wieder ein bisschen neidisch, obwohl, nein, hab mich für euch gefreut, denn ich mag gerade lieber Schneebälle machen.🙂 Toitoitoi, dass das der erste und letzte Überfall war! Sowas ist mir glücklicherweise bisher erspart geblieben. In Neuseeland ist mir nur mal in Abwesenheit das Zelt ausgeräumt worden.

  2. Wenn ihr auf dem Landweg nach Quito fahrt haltet doch auf dem Weg mal bei Santuario de Las Lajas an – das ist so eine in den Berg gebaute Kirche. Zwar viel los, aber trotzdem recht beeindruckend fand ich🙂 Viel Spaß und passt auf euch auf!

    1. Wir sind sogar schon durch Quito durch, ich hatte nur zu schlechtes Internet. Aber die Kathedrale haben wir und angesehen🙂 Jetzt geht es an die Küste (Puerto Lopéz und südlich davon) und danach nach Cuenca. Wenn du dafür besondere Tipps hast, gerne her damit🙂

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