Ecuador: Quito

Quito

Wow, was für eine riesige Stadt. Nur 5 bis 10 km breit, dafür aber 80 km lang. Dazu mit 2850 m die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt mit einem Wetter, das völlig unvorhersehbar ist und zwischen direkter Sonne und Regen in Wolken wechselt. Aufgrund von einigen Reiseberichten hatten wie ein bisschen Schiss vor Quito. Allerdings soll das Stehlen wohl weniger gewalttätig als in Kolumbien ablaufen. Da man aber aufgrund des Verkehrs ewig mit dem Taxi durch die Stadt braucht, haben wir trotzdem die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, aber natürlich besonders auf unser Gepäck geachtet. Gelaufen sind wir auch viel, obwohl das mit den vielen Steigungen äußerst anstrengend ist. Ein Hoch auf das Berliner Flachland.

Quito selbst liegt schon auf der Südhalbkugel, ein paar Kilometer nördlich der Stadt befindet sich der Äquator. Eigentlich ist der Äquator ja ein 5 km breiter Streifen, weshalb es auch nicht stört, dass die gelbe gezogene Linie eigentlich 240 m zu südlich ist. Mitad del Mundo (also die Mitte der Erde) ist ganz nett, wir haben dort einen halben Tag verbracht. Sie haben Museen, ein Monument, Lamas (Lamas!), billige, unschöne Postkarten und  die Info, dass eine Briefmarke nach Deutschland 3 € kostet. Daher wird es aus Ecuador mit Sicherheit keine Postkarten geben. Und das mit der App funktioniert noch nicht so richtig.

Bis auf die erste Nacht in einem Hostel haben wir drei Nächte bei einem Couchsurfer verbracht. Wir haben sogar ein ganzes eigenes Zimmer mit Doppelbett bekommen! Der einzige Nachteil war seinen Berufsleben, denn so mussten wir jeden Tag um 8:30 Uhr die Wohnung verlassen und bis abends beschäftigt bleiben. Dafür haben wir aber eine private, abendliche Stadtrundfahrt und Essenstipps bekommen, waren mit ihm und seinen Freunden handgemachtes Bier trinken und hatten einfach jemanden, dem wir alle Fragen stellen konnten.

Neben der Mitte der Welt hat Quito vieles zu bieten. Mein ehemaliger Mitbewohner, Ecuadorianer und Leiter der Tú-También-Sprachschule in Berlin hat mir natürlich einige Tipps gegeben, die wir (fast?) alle ausgetestet haben. Dabei waren zwei Kirchen, ein Café mit famosem Ausblick und ein Museum. Und der herrliche Tipp „Im Süden von Quito gibt es nichts.“ Dazu haben wir noch bei einer Free Walking Tour mitgemacht, und beim Warten darauf noch spontan eine Amazonas-Tour gebucht. Ist zwar sehr teuer, aber muss einfach sein. Ich möchte ein Faultier und den angeblich hässlichsten Vogel der Welt, den Pottoo sehen.

Achja, Fahrrad gefahren sind wir, als wir ankamen, nicht mehr. Die Straßen waren leider nur bis 2 Uhr nachmittags gesperrt…

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