Samstag, 04.09.10, 09:24 – bereits 39 Stunden Deutschland

Es ist komischer und gleichzeitig einfacher als ich dachte. Alles ist so vertraut und trotzdem so ungewohnt. Man hat Platz, alles ist so ruhig. Ich weiß gar nicht, wie und was ich euch alles beschreiben soll. Wenn ich überhaupt noch so viel schreiben kann, denn ich Napal fühlte ich mich weit genug weg, so dass LeserInnen kaum auf direktes Umfeld oder Menschen um mich herum schließen konnten. Diese Zeit ist jetzt vorbei, ich bin wieder in Deutschland, in deutschen Städten, mit Menschen, die einige BlogleserInnen vielleicht kennen.

So viel kann ich sagen. Ich befinde mich noch nicht zuhause bei meiner Familie, noch bin ich in Mittel- bis Süddeutschland und besuche einige wundervolle Menschen. Wahrscheinlich ist es auch deshalb noch komischer und schwerer für mich gerade, denn ich bin mir nicht ganz sicher, ob das die richtige Entscheidung war. Aber im Endeffekt hab ich mich so entschieden, es bot sich an (da mein Flieger ja in Frankfurt landete) und eigentlich ist das grad auch sehr schön. Im Laufe der nächsten Woche fahre ich nach Hause und das wird nochmal schöner.

Trotzdem muss ich jetzt mal auf die ganz trivalen Dinge zu sprechen kommen, die mir hier Freude bereiten. Heißes und kaltes Wasser zu jeder Tageszeit und ohne Ende aus dem Hahn, rohes Gemüse, Brötchen, die Matratze, der Platz, die Ruhe, öffentliche Verkehrsmittel, H-Milch (ohne Abkochen), mein geliebter RioDoro Osaft.

Was ich noch verwirrend finde: Der Straßenverkehr, denn es herrscht Rechtsverkehr, alles fährt schneller und total übervorsichtig^^ Manchmal hab ich mich tatsächlich gefragt „Hey, warum halten wir an, da hätten wir doch noch locker durchgepasst!“ Nunja, ist eh alles Gewöhnungssache.

Donnerstag, 02.09.10 – 06:30 @ Doha – ein erstes Fazit

Das Jahr ist zuende. Was hat es mir gebracht? Was hat es Nepal gebracht.?

Ich komme nach Hause, mit einer sehr negativen Einstellung gegenüber Entwicklungshilfe. Entwicklung, wenn man es denn so nennen kann (denn wir schätzen uns höher entwickelt ein, als sogenannte Entwicklungsländer) kann und muss nur von innen kommen. Nur wenn Menschen ihren Lebensraum und ihre Lebensbedingungen selber verändern oder verbessern wollen, kann sich auch etwas ändern. Menschen etwas aufzuzwingen, was sie nicht brauchen und mit dem sie nicht umgehen können, kann nichts Positives bewirken. Natürlich müssen Industrieländer die Verantwortung für einige von ihenen ausgelöste, negative Entwicklungen übernehmen und helfen (das durch Plastik verursachte Müllproblem oder das durch motorisierte Fahrzeuge verursachte Smogproblem). Trotzdem ist die meiner Meinung nach einzige nachhaltige und gute Entwicklungshilfe Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe! Keine Gelder! Wenn die Menschen von Möglichkeiten erfahren, wie es in anderen Ländern zugeht, wie diese Probleme dort gelöst werden, wenn sie Bildung über Hygiene und mehr erhalten, dann können sie selbstständig herausfinden, inwiefern diese Dinge in ihrem Land umsetzbar sind und inwiefern sie das überhaupt wollen!

Zu Freiwilligenarbeit: Für die Freiwilligen ist es sicher schön und lehrreich. Trotzdem nehmen Freiwillige immer Arbeitsplätze weg. Ein negativer Punkt. Weiterhin sind die Organisationen, in denen sie arbeiten, nicht immer gut ausgewählt, es gibt oftmals keine Arbeit, sie werden als Finanzierungshilfen missbraucht oder das gesamte Konzept einer Organsisation basiert auf ihnen. Es gibt natürlich auch gute Organisationen, bei denen die Freiwilligen wirklich gebraucht werden, etwas zu tun haben, als Menschen, und nicht als Geldmaschinen angesehen werden und bei denen alles klappt, dass will ich gar nicht abstreiten.
Das weltwärts mehr ein Lehrdienst als wirklich ein Hilfsdienst ist, ist meiner Meinung nach sehr gut. Auch wenn man das erst später mitkriegt. Man geht nicht wirklich in Entwicklungsländer um zu helfen, die Welt zu verbessern oder sonstiges. Man geht dorthin um zu lernen.

Was nehme ich mit? So viel. Eindrücke eines Landes, einer Kultur und von Menschen, die ich nicht beschreiben kann, will und brauche. Die wirkliche bewusste Erkenntniss, dass Menschen völlig anders als ich leben können. Die weitere Erkenntnis, dass es wirklich ok ist, wenn ich für mich nicht so leben will! Das es im Leben um anderes als Entwicklung, Geld oder Materielles geht, auch wenn dies bei mir immer noch einen großen Teil einnimmt.

Was nimmt Nepal von mir mit? Es wissen jetzt mehr Kinder und Menschen, dass andere Leute auch ganz normal sind. Einige haben möglicherweise mal darüber nachgedacht, dass Hitler doch nicht so grandios war, wie der Großteil der Nepalis denkt. Einige sind wahrscheinlich einer anderen, der westlichen Kultur nähergekommen, andere sind ihrer alten Kultur wieder nähergekommen.

Es war ein Jahr des Austausches. und ich habe für mich gelernt, dass ich vieles, an der nepalesichen Kultur schätze, aber auch einiges so gar nicht. Ich bin meiner eigenen Kultur wieder nähergekommen. Das Jahr ist in viele Punkten anders verlaufen, als ich es geplant hatte. Ist es deshalb schlecht verlaufen? Nein, auch so war es gut! Einige gehen aus so einem Jahr als Menschen heraus, die mehr in dem Gastland leben, als in ihrem Heimatland. Andere brechen den Dienst ab, weil sie es nicht packen, Probleme kriegen oder nicht damit zurechtkommen. Andere lernen ihre eigene Kultur schätzen, nehmen aber auch Dinge aus dem Gastland mit. Man kann nicht sagen, was davon das Beste ist. Jeder lernt für sich selbst.

Und solang man nach einem Jahr nicht mehr genauso ist, wie vor einem Jahr, wenn man sich entwickelt hat, egal wie viel, dann ist doch alles gut.

Dienstag, 31.08.10, 21:38 – woa, letzter Abend! >.<

Schon komisch. Wir haben grad mit allen Freiwilligen im „la dolce vita“ (Italiener) gegessen. Ich wollte mich nur nochmal melden. Morgen Abend gehts los, ich hab alles eingekauft und Co und ich kann weg.

Bis dann, ich meld mich allerfrühstens Donnerstag Abend wieder. Deutsche Zeit.

Deutschland, ich freu mich auf dich. Nepal, ich werde dich vermissen. Ich mag euch halt beide =)

Sonntag, 29.08.10, 00:55 – noch sooo viel zu erledigen!

Hallöchen! Es ist schon komisch, in 96 Stunden werde ich schon im Flieger sitzen. Die Zeit vergeht jetzt doch sehr schnell, was wohl auch daran liegt, dass man auf einmal noch soooo viel zu erledigen hat! Ich habe mir jetzt einen Plan für die nächsten Tage gemacht und bis auf 2 Nachmittage ist alles voll. Morgen ist erstmal Optiker, Internet, Wäscherei, Schneider und Klamotten- und Schmuckladen dran. Davor muss ich dringend die Schamanin anrufen um noch einmal hinzukönnen und abends treffe ich mich zum Abschied mit 2 Adoptivelternpaaren =D Volles Programm also. Die letzten 2 Tage waren auch schon verdammt vollgepackt, aber supertoll! Am Freitag war mein erster „Verkauf- und Kauftag“, bin sogar einiges Zeug losgeworden und hab auch die Hälfte dessen bekommen, was ich einkaufen wollte. Freitag Abend sind wir dann ins Casino gegangen ;D Freitag ist hier ja der einizge Partytag und daher haben wir uns ins Yak&Yeti begeben, einem der luxuriösesten Hotels hier. Man spielt mit indischen Rupien, muss also, um 100 Rupien zu erhalten (das ist der kleinste Chip) 160 nepalesische Rupien bezahlen. Wir haben uns meistens 1600 Rupien (also 16 Euro) in Chips umgetauscht. Ich hatte also 10 Chips und Pierre hatte uns extra schon vorher Black Jack erklärt, inklusive Üben =) Ich habe zwischendurch auch mal gewonnen, aber selbstverständlich auch wieder verloren, so dass ich am Ende aber bei 10 Chips aufgehört habe und somit mit plus minus null rausgegangen bin =) Der eigentliche Hauptgrund, weswegen wir in das Casino gegangen sind, waren aber die kostenlosen Verköstigungen =D Man kriegt Getränke an den Tisch gebracht, gelegentlich auch Snacks. Und dann kann man auch noch in einen anderen Teil des Raumes gehen, in dem man richtig zu essen bekommt und in dem eine Bühne ist, auf der hübsche Frauen tradiotionelle als auch Bollywood-Tänze aufführen. Bei zweiteren auch gern mit viel männlicher Unterstützung. Die TänzerInnen sind oftmals echt mies, nur ihre tradionellen Tänzen können sie wirklich gut! Als wir dann satt waren und genug gespielt hatten, sind wir weitergezogen, um noch tanzen zu gehen, war schließlich unser letzter Freitagabend zusammen! Wir haben uns für die Factory entschieden, immer eine gute Wahl. Der Abend war einfach nur toll. Den heutigen Katertag haben wir dann zum Saubermachen der Wohnung genutzt, wir können jetzt also ausziehen. Und heute Abend waren wir wieder im Casino, denn heute war das Buffet offen!!! Sooo lecker und soooo viel und ich bin soooo satt. Einfach wunderbar. Und das alles für lau, wenn man nicht spielt! ;D Heute hab ich übrigens erst bei 2 Chips aufgehört… 1120 Rupien, also 11,50 Euro für 2 Abende, 3 Teller mit viel Essen, 3 Colas, einen Saft, ne Flasche Wasser, eine Wodka-Cola mit sehr viel Wodka und sehr viel Spaß! Grandios.

Nungut, jetzt sollte ich aber schlafen, da mein Wecker um 8 Uhr klingeln wird.

Eins noch. Das Casino hatte eine gemeine Taktik… Immer, wenn wir gerade viel gewonnen hatten (so 8 Chips im Plus waren) kam eine so wuuuunderschönen Frau an unseren Tisch (einfach nur um dazustehen und schön auszusehen). Und dann guckt man sie natürlich lange an und unterhält sich über sie, so dass man noch fein weiterspielt und auch verliert. Und wenn man wieder weniger Chips hat, geht sie wieder… Pfff. Aber sie halt echt schön…

Montag, 23.08.10 – die verbleibenden Tage sind nur noch einstellig! oÔ

Das ist schon echt komisch. Jetzt muss ich mich so langsam ranhalten, das zu tun, was ich noch erledigen muss. Als erstes ist morgen der Schneider dran. Und davor muss ich noch in die Freakstreet um Bordüre zu kaufen. Der Schneider ist besonders wichtig, da der ja noch n bissl Zeit zum schneidern braucht. Ansonsten hab ich heute das Fahrrad umlackiert, man weiß ja nie. Außerdem will ich das am Ende Krishna (dem Sohn von den Besitzern unseren Local Restaurants) schenken und wenn der mit nem „gestohlenen“ Fahrrad gesehen wird, wär das gar nicht gut. Da es die indischen Räder eigentlich nur in schwarz und dunkelgrün gibt und ich es schon schön machen wollte, wollte ich es dunkelblau lackieren. Denkt ihr, man kann hier dunkelblauen Lack kaufen? Nö, es gibt nur Strahleblau. Hab jetzt noch Schwarz dazugekauft und gemischt. Ist schön geworden.

Update: Nachts um 01:58 Uhr

Argh!!! Wie können nachts zwischen halb und um Eins ein bis zwei Lastwagen neben unser Haus fahren und auf das Grundstück neben uns, auf dem gerade gebaut wird, Sand und Backstein abladen? Erstens: unglaublich laute LKWs; zweitens: Fahrer die sehr gern und unnötigerweise mit dem Gas spielen, während ausgekuppelt ist oder nicht anfahren können; drittens: sie fahren gegeneinander und Dinge um und es kracht; viertens: sie brauchen mindestens ne Stunde um alles abzuladen, natürlich per Hand mit Schaufeln; fünftens: heute hämmern sie auch noch auf die Steine ein… Hallo? Ich will schlafen? Das geht übrigens schon seit Monaten so. Nicht jede Nacht, aber mindestens die Hälfte der Nächte. Achja, und sie unterhalten sich auch noch. Und wir wurden hier angemahnt, doch ab 21 Uhr leiser als Zimmerlautstärke zu sein und ab 22 Uhr am besten tot, wobei unsere Vermieter bis mindestens halb 12 noch (laut) fernsehen.
Oh, wie schön, sie haben es geschafft anzufahren und sind weg. Es ist 02:07 Uhr. Ich schlafe jetzt.

Update: Nähster Tag um 11:13

Ich glaub ich krieg ne Erkältung… Ist aber auch ein doofes Wetter hier…

Samstag, 21.08.10, 00:29 – Filme und anderes Glück

Unsere Abende hier in Nepal haben wir sehr, sehr oft mit Filme gucken verbracht. Ups, ich rede schon in der Vergangenheitsform, dabei tun wir das immernoch. Man kriegt hier jeden Film, der (gerade) in den Kinos läuft/jemals lief und auch ein paar Außergewöhnliche. Alle gibts auf DVD, in verschiedenen Qualitäten, aber alles runtergeladen und dann selbstgebrannt. Eine DVD kostet zwischen 35 und maximal 200 Rupien (200 aber auch nur im Touriviertel, aber da kriegt man auch alles) und ist meistens auf Englisch.

Diesen Blogeintrag schreibe ich, weil ich heute Abend eigentlich weg wolte, aber sich der Abend auf morgen verschoben hat. Somit bin ich allein zu Hause (was ich ja immer sehr genieße) und habe heute erst „The Butterfly Effect“ und danach „Zusammen Ist Man Weniger Allein“ gesehen. Ersteren wollte ich schon laaaaange sehen, der kommt in Deutschland ja auch oft im Fernsehen, aber irgendwie hab ichs nie gemacht. Ich mag ihn zumindest sehr, würde ihn weiterempfehlen. Und Zweiterer war ja mal einfach nur schööööön *____* Auch empfehlenswert. Aber wahrscheinlich, wie „Amélie“ auch, wohl eher ein typischer Frauenfilm. Kommen aber beide auf jeden Fall auf meine schöne-Filme-Liste.

Nachtrag um 02:12

Zwei Dinge muss ich noch erwähnen.

Erstens: Johnny ist vorhin über mein Fenster in unsere Wohnung eingestiegen, weil er seinen Schlüssel vergessen hatte. Es war nicht zu, ja, trotzdem hat mir das Herz wie wild geklopft, als auf einmal sein Kopf durch den Vohang kam… Ich mach zwar immer, wenn ich nicht da bin, die Fenster zu, und es ging auch nur, weil Johnny so groß ist, trotzdem macht das einem ein bisschen Angst…

Zweitens: Als ich heute nach Hause kam, stand ein Fahrrad vor der Tür. Ein blaues, indisches Rad mit gelben Schutzblechen. Direkt vor der Tür. Ich dachte mir nichts weiter dabei. Heute Abend ist mir allerdings aufgefallen, dass es nicht angeschlossen ist. Komisch. Und es steht immernoch da. Ich hab ja irgendwie schon den Gedanken gehabt, dass das mir jemand hingestellt hat. Vielleicht ist es ja eins meiner alten, gestohlenen Räder? Ich hatte den Gedanken gar nicht ausgesprochen, Johnny hatte trotzdem die gleiche Idee und hats vor 10 Minuten einfach mal reingeholt. Dann hab ich also wieder ein Fahrrad! Okay, für keine 2 Wochen, aber ich freu mich trotzdem. Aber von wem ist das? Und warum stand es da unangeschlossen rum? Könnte es wirklich für mich sein? Ich fühl mich wie in einem Amélie-Film^^

Montag, 09.08.10, 20:04 – =)

Vorgestern hat mir Milena mal ne ordentliche Standpauke gehalten. Wegen negativ-denken, nach-hause-wollen, nichts-mehr-genießen-können, alles-doof-finden, besonders-alles-napali-doof-finden und so. In dem Moment des Zuhörens find ich das ja gar nicht lustig, aber danach bemerke ich immer wieder, wie sehr ich doch so einen gelegentlichen Tritt in den Arsch brauche^^

Schönes Erlebnis heute: Im Microbus hab ich den Platz vorne bekommen (neben dem Fahrer, und ja, da passen 3 Leute hin und ich saß an der Tür) und irgendwann musste ein 6jähriges Schulkind mit und das hab ich einfach auf den Schoß genommen. Erst nach der Hälfte der Fahrt hat sie sich getraut, sich anzulehnen. Ich fands schön, dass es für mich kein Problem und selbstverständlich war und der Busjunge (bei dem ich ürbigens oft mitfahre) das auch gar nicht so besonders fand, dass ich das gemacht hab, sondern nur kurz gegrinst hat. Schööön.

Unschönes Erlebnis: Malati wollte ihre Milch nicht austrinken und da hab ich den Becher einfach genommen und bin wie immer im Raum rumgelatscht, auf der Suche nach Kindern, die noch Lust auf einen Schluck Milch haben. Ein paar wollten und daher setzte ich mich auf den Boden. Als der halbe Inhalt des Bechers in Kindermünder verteilt war, hat Parash einfach mal in meine Richtung geschlagen und mir die gesamte restliche Milch im Becher übers Gesicht, die Haare, den Hals und Oberkörper und Beine geschüttet! Argh! Und hat sich nicht mal entschuldigt dieses …. Kind.

Erfolgreiches Erlebnis: Hab die Adoptiveltern von der Schwester von Panchee getroffen und hab ihre Mailadresse bekommen! Sie konnten kein Englisch und mein Chef stand komisch guckend daneben 😀 Haaaahaaaa! Hab ihnen auch schon ne Mail geschrieben, in der ich alles in Ruhe erkläre (mit den Fotos und so) und hab die von Google ins Italienische übersetzten lassen. Was bin ich doch für ein schlaues Kindchen.

Trotzdem: 23 Tage noch 😀

Freitag, 06.08.10, 01:13 – 27 Tage bis zum Abflug

Nepal machts mir gerade aber auch echt leicht. Erst Bettwanzen, jetzt auch noch wieder Stromausfall. Also wieder richtig, 8 Stunden am Tag. Ja, auch noch am Tag, nicht mal die Hälfte in der Nacht oder so. Warum? Wir haben immernoch Monsun, da ist jawohl genug Wasser da! Oder muss gespart werden? Oder ist das der Strom, den Nepal an Indien liefert? Ganz toll…
Die meine – für gewöhnlich – Lieblingsschneiderin will meine Sachen nicht reparieren und ich hab keinen Bock, mir wen neues zu suchen. Daher repapiere ich jetzt meine Klamotten selber. Funktioniert auch. Pfff. Und Wadenbeißer (einer der Hunde) beißt, wie der Name schon sagt, einen immer ins Bein. Gestern war er so rihtig schön agressiv und hat meine Hose aufgerissen… Was ich dieses Vieh von Köter jetzt hasse!
Dazu gibts ja grad auch noch totalen Stress mit unseren Vermietern, die meinen, dass sie nach uns alles neu streichen müssten und die wollen einfach mal 1000 Euro haben. 1000 Euro? Hallo? Das würde sich nicht einmal ein Vermieter in Deutschland trauen! Naja, sie meinen, dass alles gestrichen werden muss, der Teppich ersetzt werden muss (das stimmt zum Teil) und sie die ganzen Matratzen neu kaufen müssen. Nunja, die Matratzen haben wir wegen den Bettwanzen jetzt schon neu gekauft. Nicht, dass wir das wirklich bezahlen könnten. Beim Teppich müssen wir sehen. Und streichen? Pfff. Den meisten Dreck von den Wänden (z.B. dunkle Ränder um Lichtschalter herum) kriegt man einfach mit Wasser ab. Außerdem haben wir hier ein Jahr drin gewohnt, in einer Wohnung wird schließlich gelebt. Und in einem dreckigen Land wie Nepal soll man sich sich bitte nicht wundern, dass alles schneller dreckig wird. Das ist unvermeidbar. Das Allerspaßigste ist ja, dass wir nicht einmal Vertragspartner sind. Aber das werde ich hier nicht breittreten. Wird schon alles.
Wenigstens hab ich grad den Grundriss meines Zimmers in Berlin erhalten. Das macht schon eher glücklich, aber verstärkt auch noch das nach-Hause-wollen. Mein Zimmer ist 11,6 Quadratmeter groß und hat an der längsten Seite des Zimmers eine riesige Fensterfront. Also über die gesamte Wand. Das machts schwierig einzurichten, aber schön hell morgens (Ostseite) und ansonsten auch schön. Ich hab mir das schon alles aufgezeichnet und plane nun mein Zimmer. Das macht sehr viel Spaß und ist eins der wenigen Dinge im Moment, die mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Das andere ist „The Big Bang Theory“ Staffel 3. Herrlich. Wir lachen sooo viel^^ Aber es sind numal nur 23 Folgen, das heißt nur 7,66 Stunden Genuss. Und 14 Folgen haben wir schon durch…
Ich freue mich dazu noch sehr über meinen Balkon, der zu meinem Zimmer gehört. Da kann ich dann ganz viele Pflanzen pflanzen, Kräuter zum Beispiel! Dann hab ich immer meinen frischen Basilikum! Bisher hatte ich keinen grünen Daumen, aber irgendwie denke ich, dass, weil ich hier einfach erwachsener geworden bin, ich das jetzt hinkriegen kann.

Aktuelle Depri-Gedanken-nachhäng-Melacholie-Musik: Placebo, Loreena McKennitt, The Seatbelts

Sonntag, 01.08.10, 17:27 – alles wird wieder gut

Das mit den Bettwanzen ist vorbei. Ein Glück. Wir haben alles vergiftet, eine Nacht in einem sauteuren Hotel verbracht, weggeschmissen und neu gekauft, saubergemacht. Die ganzen Zimmer mussten ja ausgeräumt werden, das war eigentlich ganz gut, denn da sah ich schonmal, was ich hier alles besitzte oO Viel zu viel nämlich. Aber nein, ich will kein Paket schicken! Ich will nicht so viel besitzen! Also wird weggeschmissen, verkauft und verschenkt. Es ist wirklich gut, zu wissen, was man alles hat und schon jetzt zu sortieren. Ich möchte nicht daran denken, wie es gewesen wäre, das erst ein paar Tage vor der Abreise zu machen. Da hatten die Bettwanzen doch auch irgendwie ihr Gutes…

Noch 31 Tage. Es ist so wundervoll, dass heute der erste August ist! August! Der letzte Monat! Jippie!

Freitag, 30.07.10, 01:33 – Ich bin im Himmel

Hallo, nur ganz kurz. Heute haben wir unsere Wohnung wegen den Bettwanzen vergiftet und müssen die Nacht woanders verbringen. Wir haben uns gegen ein Guest House und fürs Hotel entschieden. 3 Personen in einem Raum, 18 Dollar pro Nacht pro Person. Echt teuer, aber dafür sind wir gerade einfach nur glücklich. Alles ist sauber, weiche Betten, warmes und kaltes Wasser aus einer Dusche, Frühstück, W-Lan. Es ist sooo schön. Naja, einfach soooo westlich^^ Ich genieße es.