Cuenca, die schönste Stadt Equadors

Wow, diese Stadt finde ich wun-der-schön! Große, hübsche Altstadt, im Tal gelegen und recht flach, tolles Klima und einfach sympathisch.
Hier haben wir eine selbst-geführte Walkingtour gemacht (Anleitung aus dem Internet und dann gelaufen) und waren im  Medizin-Museum, was sehr zu empfehlen ist! Wir haben sogar eine Führung auf Englisch von zwei ehrenamtlichen älteren Leuten bekommen!

Aber was ich nach wie vor nicht verstehe: die Kleidung der Menschen hier. Ich würde eingehen! Okay, morgens ist es wirklich noch „kühl“ (sehr angenehm mit 20 °C meiner Meinung nach), aber tagsüber werden es halt über 30°C! Und die Leute haben immer lange Jeans und Pullis an.

Baños und Montañita: von Wasserfällen in den Bergen bis zum Strand

Baños und Montañita waren unsere nächsten zwei Stationen nach unserer Amazonastour. Baños liegt südlich von Quito in den Bergen und ist von Wasserfällen und heißen Quellen umgeben. Durch einen Tipp haben wir ein sehr angenehmes und für den Standard billiges Hotelzimmer bekommen. Baños ist touristisch äußerst erschlossen, eigentlich fast nur auf Tourismus ausgerichtet. Man kann klettern, Rad fahren, Wildwasserraften und sowas alles. Wir haben uns wie so oft für Fahrräder entschieden und sind eine Tour zu den schönsten Wasserfällen gefahren.

Baños wurde uns außerdem zum Essen von Meerschweinchen empfohlen, denn das steht auch noch auf meiner Liste. Leider haben wir kein Restaurant gefunden, dafür aber den besten Burgerladen der Stadt! Und der Besitzer hat extra seinen freien Tag verschoben, damit wir noch einmal wiederkommen konnten 😀

Von Baños aus nahmen wir einen Nachtbus nach Santa Elena an die Küste (es gab ab leider keine Busse tagsüber) und von dort aus einen weiteren Bus nach Montañita. Und, oh Schreck, dieser Ort ist der Ballermann Equadors. Wir hatten dort schon zwei Nächte gebucht, also blieben wir auch. Wenigstens war unser Hostel ziemlich ab vom Schuss in der Natur, so dass wir nachts trotzdem Ruhe vor der „Musik“, aber nicht vor den Moskitos, hatten. Boa, Moskitos und Sandfliegen! Nervtötende Viecher!

Trotzdem war es ganz nett, wir haben mal ne ordentliche Pizza bekommen. Und Strand kann ja auch mal für ein paar Stunden ganz nett sein. Außerdem war der Sonnenuntergang ziemlich beeindruckend und wir haben viele Pelikane gesehen.

Ecuador: Quito

Wow, was für eine riesige Stadt. Nur 5 bis 10 km breit, dafür aber 80 km lang. Dazu mit 2850 m die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt mit einem Wetter, das völlig unvorhersehbar ist und zwischen direkter Sonne und Regen in Wolken wechselt. Aufgrund von einigen Reiseberichten hatten wie ein bisschen Schiss vor Quito. Allerdings soll das Stehlen wohl weniger gewalttätig als in Kolumbien ablaufen. Da man aber aufgrund des Verkehrs ewig mit dem Taxi durch die Stadt braucht, haben wir trotzdem die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, aber natürlich besonders auf unser Gepäck geachtet. Gelaufen sind wir auch viel, obwohl das mit den vielen Steigungen äußerst anstrengend ist. Ein Hoch auf das Berliner Flachland.

Quito selbst liegt schon auf der Südhalbkugel, ein paar Kilometer nördlich der Stadt befindet sich der Äquator. Eigentlich ist der Äquator ja ein 5 km breiter Streifen, weshalb es auch nicht stört, dass die gelbe gezogene Linie eigentlich 240 m zu südlich ist. Mitad del Mundo (also die Mitte der Erde) ist ganz nett, wir haben dort einen halben Tag verbracht. Sie haben Museen, ein Monument, Lamas (Lamas!), billige, unschöne Postkarten und  die Info, dass eine Briefmarke nach Deutschland 3 € kostet. Daher wird es aus Ecuador mit Sicherheit keine Postkarten geben. Und das mit der App funktioniert noch nicht so richtig.

Bis auf die erste Nacht in einem Hostel haben wir drei Nächte bei einem Couchsurfer verbracht. Wir haben sogar ein ganzes eigenes Zimmer mit Doppelbett bekommen! Der einzige Nachteil war seinen Berufsleben, denn so mussten wir jeden Tag um 8:30 Uhr die Wohnung verlassen und bis abends beschäftigt bleiben. Dafür haben wir aber eine private, abendliche Stadtrundfahrt und Essenstipps bekommen, waren mit ihm und seinen Freunden handgemachtes Bier trinken und hatten einfach jemanden, dem wir alle Fragen stellen konnten.

Neben der Mitte der Welt hat Quito vieles zu bieten. Mein ehemaliger Mitbewohner, Ecuadorianer und Leiter der Tú-También-Sprachschule in Berlin hat mir natürlich einige Tipps gegeben, die wir (fast?) alle ausgetestet haben. Dabei waren zwei Kirchen, ein Café mit famosem Ausblick und ein Museum. Und der herrliche Tipp „Im Süden von Quito gibt es nichts.“ Dazu haben wir noch bei einer Free Walking Tour mitgemacht, und beim Warten darauf noch spontan eine Amazonas-Tour gebucht. Ist zwar sehr teuer, aber muss einfach sein. Ich möchte ein Faultier und den angeblich hässlichsten Vogel der Welt, den Pottoo sehen.

Achja, Fahrrad gefahren sind wir, als wir ankamen, nicht mehr. Die Straßen waren leider nur bis 2 Uhr nachmittags gesperrt…

Von Kolumbien nach Ecuador

Dank einer sehr guten Beschreibung online wollten wir uns für den Weg genug Zeit nehmen und nicht gleich mit dem Bus nach Quito durchreisen. Daher fuhren wir von Popayán nach Ipiales und blieben dort für eine Nacht und die beeindruckende Kathedrale. Am Tag darauf überquerten wir die Grenze nach Ecuador und reisten bis nach Otavalo um uns den dort empfohlenen indigenen Markt anzusehen. Aber auch dort blieben wir nur eine Nacht, da wir gern noch Sonntag in Quito ankommen wollten um eine für motorisierten Verkehr gesperrte, 30 km lange Straße auf dem Fahrrad zu genießen.