Tallinn: Es ging noch weiter!

Nicht weit von meinem Host waren ja die verlassenen russischen Produktionsstätten und am letzten Abend in Tallinn warf ich mal einen Blick rein. Eigentlich wollte ich mit einer Tallinnerin und einer Österreicherin zu einer Yogastunde, aber irgendwie hat das doch nicht geklappt, weil man für Akrobatik-Yoga eine*n Partner*in braucht. Die Ruinen aber waren ziemlich cool und allein abends sogar ein klein wenig gruselig.

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Tartu: Spontan und spaßig!

In Tartu habe ich bei einem 19-jährigen Mädel in der Wohnung ihrer Eltern gewohnt, die seit 15 Jahren nicht mehr verändert wurde und dementsprechend historischen Wert hat ;). Ich habe für sie gekocht und abends haben wir uns erst mit noch einer Amerikanerin und einer Britin in einem Café getroffen und sind danach mit noch einer Finnin auf eine Party mit Livemusik gegangen.
Am Tag darauf gab es eine persönliche Stadtführung von einem Menschen aus Tartu, den ich noch aus Island kannte und abends ging es auf ein kleines Fest zur Feier der baltischen Menschenkette nach Viljandi. Sooo viel! Es war toll!

Tallinn: Eine Stadt bzw. Menschen voller Überraschungen

Bei Einfahrt in den Hafen regnete es noch, als ich estländischen Boden betrat kann die Sonne raus. Nachdem mir mein Host auch eine Adresse mitgeteilt hatte, machte ich mich auf den Weg und stand 20 Minuten später vor einem klassischen estländischen Holzhaus. Meine Gastgeber waren zwei klassisch schwule Herren mit einem schwarz-weiß-kitschig und supersauberen Studioapartment. Es war auch noch ein weiterer Couchsurfer aus Australien da. Mit wurde sofort ein Glas Wein, das irgendwie nie leer wurde, vor die Nase gesetzt. Irgendwann gab es auch noch Cognac und Kräuterlikör, auf Ersteren verzichtete ich aber. Und Abendessen natürlich auch noch (juhuu, Stulle mit Brot!).

Am Tag darauf war Feiertag in Estland, es wurde die Unabhängigkeit von der Sowjetunion gefeiert. Es existiert sogar ein Gesetz, dass jeder, der an seinem Haus einen Platz für eine Fahne hat, an diesem Tag die estländische Flagge raushängen muss. Der eine unserer Gastgeber musste dadurch nicht arbeiten und zeigte uns nach einem ausgiebigen Eierkuchenfrühstück erst Videos von einem Zehntel der estländischen Bevölkerung, wie sie inbrünstig ihre Nationalhymne und ein Lied von Freiheit und Frieden singen (ja, selbstverständlich hatte ich vor lauter Emotion Tränen in den Augen!), und daraufhin noch den ganzen Tag die Stadt. Dazu gehörten alte Produktionshallen der Russen in denen heute Büros und Kulturstätten eingezogen sind, eine schöne Badestelle (die auch spontan und daher nackig von uns genutzt wurde) und natürlich die Altstadt mit Stadtmauer, Türmen usw. Viel zu viel, da empfehle ich euch die Bilder. Insgesamt sind wir gute 11 km gelaufen. Und meine Mission dieses Tages habe ich sich erfüllt: Wasserfeste Schuhe kaufen! Das ist bei dem Regenwetter hier wirklich unabdingbar. Sie haben sogar Gold-, Silber- und Glitzerzeug, aber trockene Füße sind mir halt einiges wert 🙂

Abends haben wir gekocht, waren noch mit anderen Couchsurfern in einer Bar und hatten einen schönen Abend.

Heute ist der Australier schon weitergetrampt, ich mache mich morgen nach Tartu auf. Nur für danach bin ich mir noch nicht sicher: Riga und dann Vilnius oder gleich Vilnius?

Heute habe ich einen Spaziergang zu einem Kloster (bzw. einer Klosterruine gemacht), leider ist das noch bis Samstag geschlossen…

Knapp war es!

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Beinahe hätte ich die Fähre von Helsinki nach Tallinn nicht mehr erwischt. Wer lesen kann (und diese Kompetenz auch anwendet), ist klar im Vorteil. Irgendwie ging ich davon aus, wieder mit Viking Lines unterwegs zu sein, und fuhr aus diesem Grund zu deren Terminal. Der Dame dort sagte ich, dass ich gern die nächste Fähre nach Tallinn nehmen möchte und sie bot mir heute abend oder morgen früh um 9 an… Ich hatte aber doch schon für halb 4 bezahlt?!
Netterweise zeigte sie mit auf der Karte, wo ich hin musste.  Allerdings war es schon halb 3… Und man muss ja auch noch einchecken und boarden (wie beim Flugzeug eben).

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Oben rechts befand ich mich, unten links musste ich hin. Das war jetzt leider kein 10 Minuten Spaziergang…
Der Taxistand war leer und mobiles Internet um eine Nummer zu suchen funktionierte gerade nicht. Aber irgendwie schaffte es Maika, einen Mann, der möglicherweise Fahrer eines Hotelbusses war, zu überzeugen, mich zu fahren. Und als ich 10 Minuten später am richtigen Terminal ankam, wollte er nicht einmal Geld haben. Wow. Und nun geht es nach Tallinn. Mit einem recht großen Schiff (9 Decks glaube ich) und wieder Band und Co.

PS: Über meine Tage in Stockholm, Turku und Tampere werde ich erst jetzt schreiben können, da ich leider wenig bis kaum Internet hatte.