Von Kolumbien nach Ecuador

Dank einer sehr guten Beschreibung online wollten wir uns für den Weg genug Zeit nehmen und nicht gleich mit dem Bus nach Quito durchreisen. Daher fuhren wir von Popayán nach Ipiales und blieben dort für eine Nacht und die beeindruckende Kathedrale. Am Tag darauf überquerten wir die Grenze nach Ecuador und reisten bis nach Otavalo um uns den dort empfohlenen indigenen Markt anzusehen. Aber auch dort blieben wir nur eine Nacht, da wir gern noch Sonntag in Quito ankommen wollten um eine für motorisierten Verkehr gesperrte, 30 km lange Straße auf dem Fahrrad zu genießen.

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Popayán: klein aber fein im Süden Kolumbiens

8 Stunden mit dem Bus südlich von Cali befindet sich der kleine Ort Popayán, der auch „die weiße Stadt“ genannt wird. Alle Häuser in der Innenstadt sind weiß, da es tatsächlich verboten ist, sein Haus in einer anderen Farbe zu streichen.

In Popayán verbrachten wir drei Nächte. So wie in Cali hatten wir auch hier wieder Tage eines Festivals erwischt, nämlich den Blanco y Negro Carnival. Neben Paraden, von denen wir auch eine gesehen haben, besteht dieses Fest hauptsächlich aus jungen Menschen, die sich mit Mehl oder Schaum bewerfen. Für die meisten, die nicht selbst Schaum aus Spülmittel und Wasser herstellen, gibt es Dosen zu kaufen, die auf Knopfdruck Schaum versprühen. Als Gringo hat man natürlich einiges abbekommen, auch wenn man gar nicht mitgespielt hat. Ich finde Schaum aber wesentlich angenehmer als Wasser wie an Holi in Kathmandu, da man nicht so durchnässt wird und weniger Spuren davonträgt.

An unserem ersten ganzen Tag in Popayán (wir reisen mittlerweile eigentlich immer tagsüber, da es sicherer ist) hat uns ein junger Couchsurfer eine Tour durch seine Stadt gegeben. Ein paar seiner Freunde waren dabei und es hat sehr viel Spaß gemacht. Dank des Karnevals waren aber leider alle Museen und Kirchen geschlossen.
Am zweiten Tag haben wir über das Hostel einen Ausflug in die Berge zu heißen Quellen gemacht. Der Weg wieder runter (1000 Höhenmeter auf 30 km Strecke) hat aber mehr Spaß gemacht, da wir den mit Mountainbikes gefahren sind. Und es ging zwischendurch auch mal bergauf, ja.

Eine schöne Stadt also!

Kolumbien: Cali

Eine Woche haben wir jetzt in Cali, Kolumbien, verbracht. Die Stadt wird im Reiseführer passend mit „Sie braucht dich weniger, als du sie brauchst“ beschrieben und erinnert mich damit so ein bisschen an Berlin.

Unsere Reise hierhin war spannend. Nach Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, sind wir von Panama City aus geflogen, da der Landweg aufgrund von Dschungel und Guerilla eher nicht passierbar ist. Von dort aus wollten wir gern einen Nachtbus nach Cali weiter im Süden nehmen. Es gab aber keine Tickets mehr… Ich war also schon dabei Notfall-Anfragen bei Couchsurfing zu verschicken (und hatte sogar schon eine Zusage bekommen) als Oli doch noch Tickets für einen Bus nachmittags um 4 bekam. Das war in einer halben Stunde, also noch schnell ein bisschen Verpflegung gekauft und an ging es. Da es ein recht teurer Bus war, war dieser aber äußerst komfortabel und hatte sogar eine Toilette und mehr oder weniger funktionierendes W-Lan. Durch die frühe Abfahrt kamen wir allerdings schon nachts um 3 Uhr an. Da wir nicht wussten, wann unser Hostel aufmacht, und wir auch nicht bei Dunkelheit durch die Straßen wandern wollten, haben wir noch 4 weitere Stunden am Busbahnhof verbracht. Ein Glück war es mit 25 °C angenehm warm. Schlafen durfte man aber nicht.

Unser Hostel namens „kingbird“ war sehr schön, ziemlich hip und trendig, hatte gutes W-Lan und zwei Katzen. Diese machten uns beiden in den folgenden Tagen allerdings gesundheitlich sehr zu schaffen. Wir hatten das Glück am letzten Tag der „Feria de Cali“, dem jährlichen Festival, anzukommen. Dadurch konnten wir schon bei Tage die später dann erleuchteten Lichtinstallationen sehen und freuten und umso mehr auf den Abend (siehe Bilder). Nach einem Kurzschluss und damit eher weniger Lichtinstallationen lernten wir eine Kolumbianerin kenne, die schon einige Jahre in Deutschland lebt und dadurch sehr gut Deutsch konnte. Entgegen ihrer Aussage wurde das Kurzschlussproblem wieder behoben und wir konnten uns noch alles ansehen und uns mit Essen von den vielen kleinen Ständen vollstopfen. Prompt lud sie uns auch noch zu ihrer Silvesterfeier mit ihrer Familie ein! Yeah!

Wir haben damit sowohl Silvester mit ihr als auch den Geburtstag einer ihrer Freundinnen und damit in Olis Geburtstag hinein gefeiert. Dabei war immer die ganze Familie und ein Grill, der generell um Mitternacht angeworfen wurde. Dazu hab es Bier und Rum oder Anisschnaps. Beides sehr lecker. Und ich werde noch zur Biertrinkerin hier. Schmeckt nämlich nicht so bierig. Zum gegrillten Fleisch gab es noch Yukka, Kartoffel, Mais, Kochbanane und eine scharfe Soße. An Silvester wurden zusätzlich an Mitternacht mit Böllern gefüllte, menschengroße und angezogene Puppen angezündet. Und man isst noch bis zu 12 Trauben an Mitternacht, für jeden Wunsch/Vorsatz eine.
Getanzt wird natürlich auch, selbstverständlich Salsa und Merengue. So ganz grob hab ich den Grundschritt und Hüftschwung ja drauf, das ging sogar ein bisschen und die Tanten haben sich gefreut. Jedoch wartet man als Frau ganz klassisch darauf, von einem Mann aufgefordert zu werden. Alle sitzen im Kreis und warten. Und alleine tanzen läuft nicht.

Eine Sache noch: Ja, wir haben den Klassiker erlebt und wurden beraubt. Am helllichten Tag auf dem Weg zur Christus Rey Statue. Das läuft ungefähr so ab: Motorrad kommt von vorn (wir auf linker Straßenseite), hält sehr schnell an, Menschen hinten auf dem Motorrad steigt sehr schnell ab und hält einem seine Waffe ins Gesicht, man übergibt seine Tasche und schon sind beide Menschen auf dem Motorrad wieder weg. Danach noch kurz geplättet stehen bleiben und ggf. ein paar Tränen die Wangen herunter rollen lassen, weil das doch überfordert. Zwei nette Kolumbianer haben mit ihrem Auto aber gleich angehalten und uns zur Polizei gebracht. Ein Hoch auf Olis Spanisch. Aber allein wäre ich ja auch nicht hierhin gereist. Aufgrund dessen sind die Bilder in diesem Blogbeitrag die letzten mit meiner guten Kamera, denn die erfreut jetzt hoffentlich jemand anderen. Trotzdrm habe ich die Qualität für den Upload schon mal runtergefahren. Reisepass und Kreditkarte sind übrigens noch da, alles gut also.

Ansonsten ist das Essen billig und lecker, die Menschen sind zum Teil auf Fahrrädern (aber nur Mountainbikes, Rennräder oder BMX-Räder) unterwegs und es ist sehr sehr heiß. So langsam hat sich mein Körper aber daran gewöhnt.

Jetzt sind wir bereits in Popayán weiter im Süden und generell auf dem Weg nach Quito, Ecuador.