Was für eine Entschädigung für einen Roadtrip bei miesestem Schietwetter

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Manchmal kommt es mir vor, als würde ich hier in einem Schwarz-Weiß-Film leben.

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Roadtrip ahoi: Tag 5

Am letzten Tag waren wir ja bereits in Akureyri und ich musste noch bis zum Abend wieder nach Bifröst kommen, weil ich am nächsten Morgen einen Test zu schreiben hatte. Da ich also spätestens gegen 16 Uhr mich auf den Weg nach Hause machen musste, hatten wir zwei Möglichkeiten: entweder eine Tour zum Mývatn (wäre aber sehr hektisch, weil das einen langen Tagesausflug wert ist, und würde nochmal Geld kosten) oder lieber ein ruhiger Morgen mit Spaziergang durch die Stadt (die ja immerhin die zweitgrößte Islands ist). Wir entschieden uns für Zweiteres.

Akureyri gefiel mir sehr gut. Wir waren auch in DEM Eisladen, der mich jetzt aber nicht so sehr vom Hocker gehauen hat. Eis eben.

Ich hatte vor nach Bifröst zu trampen, denn Island ist für die EInfachheit des Hitchhikens bekannt und bisher hatte immer alles gut geklappt. Da Akureyri doch recht groß ist, musste ich erstmal aus der Stadt raus damit mich überhaupt jemand mitnimmt. Nach 3 km war jemand so nett, mich 10 km bis zur großen Kreuzung mitzunehmen, da es dort dann nur noch 2 Richtungen gibt und die Leute dann einschätzen können, wohin ich will.
Trotzdem stand ich an der Kreuzung (ich lief natürlich auch gelegentlich ein bisschen weiter Richtung Bifröst) fast ne Stunde, ohne dass mich jemand mitnahm…
Im Endeffekt hab ich ein Mädel getroffen, was das gleiche Problem hatte und wir haben dann einfach mal den Bus nach Borgarnes auf offener Straße angehalten. Nunja, um 5000 Kronen ärmer bin ich dann wenigstens warm, sicher und mit großen Fenstern nach Hause gekommen. Daher gibts jetzt Massen an Wolken- und Sonnenuntergangsbildern. War das schön.

Roadtrip ahoi: Tag 4

Nachdem wir wieder bei strahlendem Sonnenschein in Höfn den Morgen beginnen konnten, genossen wir noch ein bisschen den Ausblick vom angrenzenden Hügel und machten uns dann auf den Weg nach Akureyri.

Bis nach Akureyri ist doch eine ganz schöne Strecke, so dass wir keine großen Anguck- oder Wandertouren gelplant hatten. Dafür war die Landschaft auf Weg aber wie immer wunderschön. vielleicht sollte ich mal aufhören, dass du erwähnen, ist ja eh immer so. Irgendjemand hat wohl mal gesagt, dass Island einfach nur „absurd schön“ ist. Dem schließe ich mich an.

Trotzdem gab es einiges zu sehen. Unter anderem haben wir eine Runde um den See Lagarfljót bei Egilsstaðir gedreht, der eigentlich gar kein See, sondern ein sehr breiter Fluss ist. Neben dem Lagarfljót liegt übrigens das größte Waldgebiet Islands Hallormsstaðarskógur (mit 740 ha) und es war einfach schön mal wieder Laubbäume in größerer Anzahl beieinander zu sehen. Einen Abstecher nach Seyðisfjörður machten wir auch noch, was ein knuffiges Örtchen. In Akureyri kamen wir erst bei Dunkelheit an, und auch das Mývatn-Area und den riesigen Wasserfall Goðafoss konnten wir nicht mehr besuchen, weil es einfach schon zu spät und dunkel war. Das hebe ich mir für die nächste Reise auf.

Roadtrip ahoi: Tag 3

Der Morgen des dritten Tages begrüßte uns wieder mit Sonnenschein und einem wundervollen Ausblick auf den Eyjafjallajökull (der Vulkan, der 2010 ausgebrochen ist). Unsere Route führte uns diesmal bis nach Höfn an der Südküste entlang.

Als erstes begutachteten wir Skógafoss, einen 25 m breiten und 60 m hohen Wasserfall. Als aber 2 große Busse mit vielen Menschen ankamen machten wir uns schnell wieder auf die Socken.

Station 2 war die Halbinsel Dyrhólaey und auf dem Weg dahin kamen wir zu der Ehre eine Vollbremsung für das Schaftreiben hinlegen zu dürfen. Die Kombination von Felsen und Wasser ist dort einfach nur beeindruckend und so blieben wir eine ganze Weile dort und kraxelten über viele Steine und Felsen.

Nach einer schnellen Durchfahrt durch Vík erreichten wir nach einer Weile den Skaftafell-Nationalpark. Wir machten uns zu einer mehrstündigen Wanderung auf. Der Nationalpark ist wunderschön und die Natur ist durch Kontraste geprägt. Kantige Berge, Heide, Flechten, Wasserfälle mit Basaltsäulen, Wald und Gletscher. Sogar die Blaubeeren waren noch gut, was mich besonders freute.

Unsere letzte Station war Jökulsárlón, die Gletscherlagune. Eigentlich war sie erst für den nächsten Tag vorgesehen, aber wir erreichten sie noch im Sonnenuntergang. Leider ging die Sonne so schnell unter und der Akku meiner Kamera war leer, dass wir nur einen kleinen Eindruck bekommen konnten. Ich habe mittlerweile Bilder von anderen Austauschstudenten gesehen, die noch wesentlich schönere Plätze an der Lagune gefunden hatten und viel näher an die schwimmenden gletscher heran kamen. Aber egal, auch so war es wunderschön, so dass ich da einfach irgendwann noch einmal hin muss.

Roadtrip ahoi: Tag 2

Die Route seht ihr wieder hier.

Am darauf folgenden Tag machten wir uns „morgens“ also gegen 11 (lassen wir meine, vielleicht sehr deutsche, Zeitplanung mal beiseite) auf, um den Golden Circle zu umrunden und zu unserer ersten Unterkunft zu fahren.

Die erste Station war Þingvellir, ein Nationalpark der im Gebiet zwischen der europäischen und der amerikanischen tektonischen Platte liegt. Durch das Auseinanderdriften der Platten sind dort beeindruckende Schluchten, Risse und Spalten sichtbar und starke vulkanische Aktivität zu beobachten. Dieser Ort ist aber nicht nur geologisch wunderbar, sondern auch historisch wichtig. Es trafen sich schon die ersten Besiedler einal jährlich in þingvellir um Gesetzte zu erlassen und über Streitigkeiten und Strafen zu richten. Wegen der guten Akustik stand der Redner auf dem Lödberg, heutzutage ist das Parlament (Alþing) aber natürlich in Reykjavik zu finden.

Danach ging es nach Geysir – das ist ein Ort. Aber weil dort heißes schwefeliges Wasser ca. alle 10 Minuten aus der Erde schießt, wurden diese Naturphänomene so genannt. Neben dem bekannten Geysir sind dort noch weitere heiße Quellen und sehr schöne geologische Formationen durch die Salzablagerungen an den Rändern der Quellen.

Gullfoss – die nächste Station – ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands. Er ist wirklich sehr beeindruckend, denn er stürzt über 2 Stufen in eine Schlucht und erzeugt – wie allerdings so gut wie jeder große Wasserfall – aus jedem Blickwinkel einen Regenbogen (vorausgesetzt die Sonne scheint).

Wir sind dann noch an einem Örtchen, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann, vorbei und ein wenig durch die Landschaft in den Highlands gefahren. Kurz vor unserer Herberge für die Nacht machten wir noch an einem besonderen Wassefall halt – man konnte nämlich hinter ihm langlaufen. Leider war die Sonne schon fast ganz untergegangen, so dass es nicht mehr wirklich sicher war. Und ich hatte leider nur zwei nicht so einfache Optionen: entweder mit nasser, besprenkelter Brille oder ganz ohne Brille, zumindest sehr wenig sehend, dort lang. Naja, hat ja geklappt 😉

Roadtrip ahoi: Tag 1

Vor einigen Wochen bekam ich eine Nachricht mit der Frage, ob ich denn nicht auf einen Roadtrip um ganz Island herum Lust hätte. 3 Menschen, die ich noch aus Núpur + jemand, der noch ankommen sollte und ich. Da ich nur sehr kurze Bedenkzeit hatte, entschied ich mich innerhalb einer Stunde für: ja, und ich lass einmal Uni sausen! Ich! Schwänzen! Unglaublich!

Hier könnt ihr unsere Route nachvollziehen, wenn ihr wollt.

Am ersten Tag holten mich Markéta und David am Nachmittag in Bifröst ab. Die beiden leben in Akureyri im Norden und wir fuhren gegen den Uhrzeigersinn, daher konnten sie mich einfach auf dem Weg nach Reykjavik einsammeln.

Auf der ersten Strecke bis nach Reykjavik machten wir noch einen Abstecher zu den heißen Quellen hier bei mir im Gebiet und zu den Wasserfällen Hraunfossar und Barnafoss, die ich ja schon kannte. Die Quellen waren uns schon auf dem Roadtrip auf den Mond in Form von Dampf/Rauch überall aufgefallen, aber wir wussten nicht, was das war. In diesem Gebiet hier spudelt also 100°C heißes Wasser an die Oberfläche. Das heiße Wasser bringt viel Schwefel mit, es stinkt also wirklich grässlich nach faulen Eiern, wenn der Dampf in die falsche Richtung weht. Dieses heiße Wasser wird über Rohrleitungen bis nach Borgarnes und Akranes transportiert und genutzt.
Es war auch sehr schön die Wasserfälle nochmal eine Woche später zu sehen, da sich die Natur sehr Richtung Herbst verändert hatte und das Grün einer Mischung aus Gelb, Braun und Orange gewichen war. Ich bin so verliebt in den Herbst.

In Reykjavik fuhren wir gleich weiter zum Flughafen um Markétas Freund abzuholen, danach wurde ich in Reykjavik bei der Uni ausgesetzt und die drei fuhren zu unserem letzten Fahrgemeinschaftsmitglied und übernachteten da. Ich durfte bei Evelyn, einer anderen Bekannten aus Núpur, im Studentenwohnheim schlafen. Die Wohnheime hier sind fancy! Sehr modern; sauber, klar und schön eingerichtet und gut ausgestattet. Ich hab mich sehr wohlgefühlt.

Um Bifröst herum: Roadtrip auf den Mond

Vor 3 Wochen machten wir uns mit dem Auto für die Austauschstudent*innen auf zu einem kleinen Roadtrip um Bifröst herum, da wir das Auto ja maximal einen Tag (nicht über Nacht) entführen dürfen. Und ich durfte fahren, juhuuu!

Erste Station waren die Wasserfälle Hraunfoss und Barnafoss. Hraunfossar ist der schönste Wasserfall, den ich hier bisher gesehen habe. Die kleinen und großen Wasserstrahlen kommen hier direkt aus dem Lavagestein, weil der den Wasserfall speisenden Fluss zum Teil unterirdisch verläuft und erst durch das poröse Gestein wieder zu Tage tritt. Barnafoss dagegen hat eine tragische Geschichte, sein Name stammt daher, dass dort Kinder gespielt haben und ertrunken sind (Barn = Kind).

Danach sind wir weiter eine Runde um den Ok, einen eisbedeckten Berg gefahren und konnten von weitem den Gletscher Langajökull sehen. Die Straßen durch diesen Teil Islands, den man schon fast als die Highlands beschreiben kann, sieht wie auf dem Mond aus und die Straßen bestehen tatsächlich (wirklich!) aus mehr Löchern als „ebenem“ Boden (Boden = Erde, Schlamm, Geröll). Ich dachte nicht, dass das wirklich möglich ist – ist es aber. Und ich durfte wie gesagt fahren, das war ein Spaß! Auch anstrengend, aber ein Spaß!

An den Wasserfällen war ich übrigens vor einer Woche nochmal – da kommen bald Bilder – und es sah ganz anders (weil herbstlicher und schöner) aus!